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Am Freitag fällt die Entscheidung
So wollen Gladbacher die EM in den Borussia-Park holen

Die EM soll nach Gladbach!
Die EM soll nach Gladbach! FOTO: Screenshot Denisa Richters
Mönchengladbach. Spanferkel und Freibier, Nächte nahe der Kuhweide, auf Tuchfühlung mit feinstem Garn und das Brandenburger Tor in Schwarz-Weiß-Grün - die Unterstützer der EM-Bewerbung zeigten viel Fantasie. Am Freitag fällt die Entscheidung. Von Andreas Gruhn und Denisa Richters

Am Freitag werden die Chefs im Gladbacher Rathaus und im Borussia-Park ziemlich nervös auf ihre Mobiltelefone blicken. Sie warten auf den Anruf aus Frankfurt, der die Entscheidung verkündet: Fußball-Europameisterschaft 2024 mit Mönchengladbach - oder eben nicht. Dann verkündet nämlich der Deutsche Fußball-Bund (DFB), mit welchen zehn Städten er ins Rennen um die Bewerbung für die Austragung des Turniers geht. Der Ausrichter wird von der Uefa 2018 festgelegt, was wiederum bedeutet: Der kommende Freitag ist erst die erste Hürde des langen Weges zur EM.

Im Gladbacher Rathaus hat sich mehr Optimismus breitgemacht. Zuletzt hatte die "Sport Bild" von DFB-internen Überlegungen berichtet, wonach vier Stadien im Westen vorgesehen seien. Dazu gehöre neben Dortmund, Gelsenkirchen und Köln eben Mönchengladbach - und nicht der schärfste Konkurrent Düsseldorf. "Was gefordert wurde, haben wir in großen Teilen erfüllt. Wir sind nach wie vor zuversichtlich", sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

EM 2024 in Mönchengladbach: "Das war fast schon eine Bürgerbewegung"

Was nicht gefordert wurde, aber trotzdem für viel Aufmerksamkeit sorgt, ist die Videoaktion von Stadt und Borussia. Darin haben viele Gladbacher ihre Unterstützung der EM in ihrer Heimatstadt mit einem Versprechen bekundet. Zudem haben sich fast 11.500 Bürger an der Unterschriftenkampagne beteiligt.

Die Bewerbung sei makellos gewesen, heißt es nun in einem Dankesschreiben von OB Reiners und Borussias Präsident Rolf Königs an die Unterstützer der Bewerbung. "Und wir haben gezeigt, dass viele Freunde von nah und fern unsere Bewerbung unterstützen. Das war schon fast eine Bürgerbewegung." Und weiter: "Egal wie die Sache ausgeht, auf den Erfahrungen aus dem Bewerbungsverfahren können wir aufbauen. Wir stehen zusammen, und wir bewegen die Dinge gemeinsam. Das werden wir auch in Zukunft tun - nicht nur für den Fußball. Wir bedanken uns für eine wunderbare Kampagne und für Ihre großartige Unterstützung!"

Gladbach präsentiert EM-Bewerbung FOTO: Hans-Peter Reichartz

Die Videos sind in der Tat ein kurzweiliges Programm: Da ist zum Beispiel die Moderatorin Dunja Hayali mit ihrer Hündin Emma. Sie seien in Berlin, wo sie leben, die größten Gladbach-Fans, sagt Hayali in dem Video. Mit der EM würde ein Traum wahr - dann werde das Brandenburger Tor in Borussia-Farben erleuchten.

Witzige Videos für die EM-Bewerbung Mönchengladbachs

Bio-Bauer Rainer Brungs posiert inmitten seiner Kühe: "Wir haben zu essen und zu trinken, Fans aus ganz Europa können auch hier schlafen." Dass sie auch gut angezogen sind, dafür will Christian von Daniels sorgen, als Chef von Van Laack Experte für feines Garn. Niedlich die Bambini der SpVg Odenkirchen: "Unsere Kurve ist Nord, unser Traum ist die Europa-Meisterschaft", die sie als Balljungs begleiten wollen. Sänger Mickie Krause verspricht "Freibier für alle", wenn es mit der EM klappt, ebenso Ute Becker, Betreiberin einer kleinen Kneipe. Der Gastronom Milan Subasic bietet sogar Frei-Spanferkel.

Der Pilot, der die JU 52 fliegt, Museumsdirektorin Susanne Titz, die Bundestagsabgeordneten Günter Krings und Gülistan Yüksel, Moderator Kai Ebel, Schriftstellerin Rebecca Gablé, Ex-Stadion-Sprecher Rolf Göttel, Bolten-Chef Michael Hollmann, Hochschul-Präsident Hans-Hennig von Grünberg, Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Stadträte, ein Händler vom Rheydter Markt - sie alle werben darum, sich für Mönchengladbach zu entscheiden.

Diese Stadien erhalten Zuschlag für EM 2024 FOTO: dpa, rwe hae hpl

Auch Borussia-Spieler, aktuelle wie ehemalige, dürfen nicht fehlen. Keeper Yann Sommer will die Nationalhymne seines Heimatlands, der Schweiz, singen. Rainer Bonhof und Berti Vogts planen - wie nach der WM 1974 - gemeinsam nach Spanien zu fahren. "Vier Wochen", sagt Bonhof. Aber es seien damals doch nur zwei gewesen, merkt Vogts an. Bonhof kontert prompt: "Nee, wir haben ja nicht geschlafen."

Alle Videos gibt es hier.

Quelle: RP
 
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