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Mönchengladbach
END soll länger bleiben

Der finstere Tunnel von Gregor Schneider
Der finstere Tunnel von Gregor Schneider FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Gregor Schneiders Tunnel zum Museum Abteiberg ist ein Riesenerfolg und sorgt überregional für Aufmerksamkeit. Eigentlich soll die Skulptur im Sommer abgebaut werden. Doch Sponsoren könnten für eine Verlängerung sorgen. Von Dirk Richerdt und Sina Zehrfeld

Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff unlängst das END besucht. Und eine spannende Frage gestellt: Warum soll die Riesenskulptur eigentlich wieder weg? Das monumentale Werk des Künstlers Gregor Schneider könne doch auch länger als geplant – also länger als bis Sommer 2009 – stehen bleiben.

Das Tunnel-Kunstwerk END am Museum Abteiberg wurde am 8. November mit einem großen Fest eröffnet und soll planmäßig im kommenden Juni wieder abgebaut werden. Denn die laufenden Kosten sind nur bis dahin durch Land und Sponsoren gedeckt. Dass es mit END dann trotzdem noch nicht zu Ende ist, "das wollen auch wir gern erreichen", versicherte Museumsdirektorin Susanne Titz. "Aber allein wegen seiner Konstruktion kann der Bau nicht beliebig lange stehen."

Keine un-end-liche Geschichte

Länger allerdings schon. Wenn es denn nicht am Geld fehlen würde. Das Museum rechnet damit, dass allein das tragende Stahlgerüst unter den schwarzen Platten ab Juli mit monatlich 3800 Euro Miete zusätzlich zu Buche schlagen würde. Titz' Fazit: Eine "unendliche Geschichte" werde END mit Sicherheit nicht werden. Uwe Riedel, Museumspädagoge und -sprecher, bedauert das. "Es ist denkbar, dass Förderer Patenschaften übernehmen und jeweils für einen Monat die Gerüstmiete übernehmen", regt er an. "Es ist ein Highlight, und die Wiese ist ansonsten sowieso nur Brachland."

Viele Besucher, die eigentlich nur wegen END kommen, würden auf diese Weise ins Museum gelockt, argumentierte er. Zudem sei die Skulptur eine wichtige Werbung: "Sie erhöht unseren Bekanntheitsgrad, auch über die Stadtgrenze hinaus. Das Museum Abteiberg ist plötzlich wieder in ganz Deutschland in aller Munde." Zu Recht, wie er findet: "Das zeigt, dass wir bei zeitgenössischer Kunst ganz vorne mit dabei sind und auch mutig sind."

Die Reaktionen der Museumsbesucher auf END sind überwiegend positiv. Das auffällige Projekt macht sichtbar neugierig: Selbst bei schlechtem Wetter bilden sich mitunter Schlangen vor dem Eingang. Die Gäste beginnen sofort nach der Passage durch den Tunnel, über die Kunst zu diskutieren . Viele erleben das Eintauchen in die Schwärze, die Suche im Dunkeln und die Eindrücke in den unteren Räumen als regelrecht surreal.

"Es ist wichtig, den Menschen Vielfalt an Kunst anzubieten, und das muss auch provokativ sein", sagt Uwe Riedel. "Wir haben schließlich einen Bildungsauftrag." Und: "Gleichgültig bleibt niemand, der da rauskommt."

Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff habe angedeutet, dass das Land auch in Zukunft Projekte in Gladbach unterstützten werde, sagte Museums-chefin Susanne Titz.

Quelle: RP
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