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Serie Meine Ausbildung (5)
Er macht Unfallwagen wieder fahrbereit

Serie Meine Ausbildung (5): Er macht Unfallwagen wieder fahrbereit
Eine Beule im Auto sieht nicht schön aus. In Handarbeit werden Teile ersetzt. Da muss Philipp Laars auch schon einmal zu Hammer und Meißel greifen. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Philipp Laars ist in seinem letzten Lehrjahr zum Karosseriebauer mit Fachrichtung Instandhaltungstechnik. Bei der Reiner Brenner Karosseriebau und Autolackierungs GmbH wird er bald übernommen. Sein Beruf ist vielfältig und echtes Handwerk. Von Christian Lingen

Es ist schon ärgerlich. Da hat man einen Unfall, für den man gar nichts kann, und das Fahrzeug ist total verbeult, verzogen und sieht furchtbar aus. Da muss eine gute Werkstatt her. Damit solche Unfallwagen schnell wieder hübsch aussehen und sicher sind, gibt es Menschen wie Philipp Laars. Der 20-Jährige macht bei der Reiner Brenner Karosseriebau und Autolackierungs GmbH eine Ausbildung zum Karosseriebauer mit Fachrichtung Instandhaltungstechnik und ist in seinem letzten Lehrjahr. Schon jetzt steht fest, dass er übernommen wird. Mit seinem Können hat er Firmeninhaber Reiner Brenner, den Obermeister der Kfz-Innung, überzeugt.

Der Betrieb Im Juli 1983 gründete Reiner Brenner an der Hehner Straße seinen Betrieb. Angefangen in einer kleinen Halle, baute er im Laufe der Jahre seinen Betrieb aus. Heute ist sein Unternehmen in der Stadt eines der führenden im Bereich Karosseriebau und er selbst Obermeister der Kfz-Innung. Beseitigt werden in seiner Werkstatt Glas-, Lack- und Unfallschäden - und das ausschließlich mit Originalersatzteilen. 26 Mitarbeiter arbeiten in der Werkstatt, davon sieben Azubis. Drei weitere Mitarbeiter beschäftigt er am Standort in Brüggen, wo er 1997 einen Betrieb übernahm. Um jungen Menschen den Weg in den Beruf zu ebnen, kooperiert das Unternehmen mit Schulen. Pro Jahr gibt es zwei Ausbildungsplätze: einen zum Karosseriebauer, einen zum Fahrzeuglackierer.

Die Bewerbung "Ich habe immer schon Spaß an Autos gehabt. Etwas Kaputtes wieder ganz zu machen und nach der Arbeit zu sehen, was man geschafft hat, das gibt einem eine gewisse Bestätigung", sagt Philipp Laars. Der 20-Jährige sandte seine Bewerbung per Post ein und stellte sich in einem persönlichen Gespräch vor. "Ein gutes Erscheinungsbild, das Zeugnis und das Verhalten des Azubis sind Dinge, auf die ich achte", sagt Reiner Brenner. Wer bei ihm eine Lehre machen möchte, der sollte mindestens einen Realschulabschluss haben. "Wichtig sind eine gewisse Fingerfertigkeit, eine fixe Auffassungsgabe und Teamfähigkeit", sagt Brenner.

Die Ausbildung Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Karosseriebauer mit Fachrichtung Instandhaltungstechnik. "Man fängt mit kleinen Dingen an und lernt zunächst einmal die Grundkenntnisse", sagt Philipp Laars. Dazu gehört zum Beispiel das Ein- und Ausbauen von Türen. Bevor es aber überhaupt zu einem Ausbildungsvertrag kommt, müssen die Bewerber ein Praktikum absolvieren. Wer sich dort beweist und ins Team passt, hat gute Chancen, den Ausbildungsplatz zu bekommen. "Ich war am Anfang etwas nervös und bin sehr vorsichtig an die Sache herangegangen", erinnert sich Laars. Die Zurückhaltung legte er aber schnell ab und startete richtig durch. Ein Rahmenplan gibt vor, wann der Auszubildende welche Kenntnisse erlangt. Am Anfang stehen Montagearbeiten. Weiter geht es mit Instandsetzungsarbeiten, Erneuerungen von Fahrzeugteilen und dem Einbau von Neuteilen. Am Ende stehen Richtarbeiten und Achsvermessungen. Die Zeit der Ausbildung verbringt der Lehrling stets in den Betriebsräumen.

Die Berufsschule Ein- bis zweimal in der Woche, je nachdem in welchem Ausbildungsjahr man sich gerade befindet, geht es für die Lehrlinge nach Düsseldorf zum Franz-Jürgens-Berufskolleg. Die Ausbildung verläuft dual. In der Werkstatt lernt Philipp Laars den praktischen Teil. In der Berufsschule werden die Fachkenntnisse vermittelt.

Die Zukunft Der Bedarf an qualifizierten Karosseriebauern ist hoch. Philipp Laars hat bereits einen festen Vertrag in der Tasche. Er wird nach seiner Ausbildung übernommen. Wer die Lehre hinter sich hat, der kann auch seinen Meister machen. Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit, Werkstattleiter oder Sachverständiger zu werden oder sich selbstständig zu machen.

Quelle: RP
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