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Aktion Fit Für 21
Ernährungstipps vom Fit-für-21-Coach

Mönchengladbach. Über "Energiebereitstellung und Ernährung im Leistungssport" referierte Sportmediziner Michael Fritz im Sparkassenpark. 100 Teilnehmer des RP-Trainingsprogramms erfuhren dabei viel Neues. Von Dirk Richerdt

Dieser Fachvortrag hatte es in sich: Den 100 Besuchern im Sparkassenpark schwirrten die von Fit-für-10- und Fit-für-21-Coach Micky Fritz in einem zweistündigen Powerpoint-Vortrag vermittelten Fachbegriffe zur Ernährung von Ausdauersportlern durch den Kopf: Der Sportmediziner Dr. Fritz erläuterte biomedizinische Prozesse beim Stoffwechsel, sprach von Phosphagenen, Glykolyse (Abbau von Kohlehydraten), von Laktaten, Enzymen, Fettsäuren und ATP (Adenosintriphosphat). Teils bewegte grafische Darstellungen auf dem Großmonitor erleichterten das Verständnis der komplexen ernährungstechnischen Inhalte ganz wesentlich. Zu dem Vortragsabend hatten die Veranstalter des Santander Marathons und die RP gemeinsam eingeladen.

"Das war eine geballte Menge Informationen", äußerte der Mittfünfziger Wolfgang anschließend, "ich bin erst mal platt." Und für Rudolf Bissot (70), der am 4. Juni im Sparkassenpark beim Santander Marathon für den 10-Kilometer-Staffellauf starten möchte, "war fast alles Neuland". Nun werde er sich "ganz viele Gedanken machen über meine Trinkverpflegung bei dem Lauf", erklärte Bissot.

Das wissenschaftliche Niveau des Vortrags, den der Ausdauerathlet Micky Fritz bereits bei sportmedizinischen und oecotrophologischen Tagungen gehalten hat, hinderte die Zuhörer nicht, Wesentliches für sich daraus zu ziehen. Dabei ging es bewusst um "Energiebereitstellung und Ernährung im Leistungssport", eben nicht so sehr um medizinische Erkenntnisse für Breitensportler. "Also", betonte Fritz, "rechnet nicht mit Tipps zum Schlankwerden". Tatsächlich konnten die Besucher jedoch auch dafür wertvolle Hinweise mit nach Hause nehmen.

Viel wichtiger aber war, Verständnis für das Funktionieren einer kräftigen Fettverbrennung und der Bedeutung des Kohlenhydratspeichers für Sportler zu vermitteln. "Ich muss meine Fettverbrennung trainieren, um Kohlenhydrate beim Santander-Marathon oder -Halbmarathon nicht zu früh verbraucht zu haben", sagte Fritz. Die dafür zuständigen Energiequellen beim Mischstoffwechsel stellen bei Trainierten sicher, dass sie problemlos über Stunden mit einer stabilen Energieversorgung der Muskeln rechnen können.

Um diese Energieversorgung abzurufen, müssen die Kohlenhydrat- und Glykogenspeicher gut gefüllt sein. "Dafür müssen Sie viel essen", lautete dazu Mickys verblüffendes Fazit, "aber eben das Richtige". Und dazu gehören zu 55 bis 60 Prozent Kohlenhydrate, zu 15 Prozent Eiweiß, viel Flüssigkeit - und höchstens 20 bis 25 Prozent Fett. Damit war Fritz bei den praktischen Empfehlungen zur Ernährung: "Five a day", lautet sein Tipp, also fünfmal am Tag eine Hand voll Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Reis, Nudeln oder Kartoffeln essen. Das schlüsselte der Referent, ein erfahrener Marathonläufer und Triathlet mit Ironman- und Ultralaufstrecken-Erfahrung, dann exakt für Männer und Frauen pro Kilogramm Körpergewicht auf. Für manche war's ein kleiner Schock, als Micky ein Stückchen Butter im gastronomieüblichen 10-g-Päckchen präsentierte. "Das ist euer Tagesbedarf an Butter", stellte er fest. Besonders warnte er vor "Trans-Fetten", wie sie Bäckereien in vielen Produkten verarbeiten: "Meidet Croissants, Blätterteig, Teilchen, Torte, all das kann Arteriosklerose auslösen und schlechtes Cholesterin akkumulieren."

Was Fritz dagegen besten Gewissens empfiehlt: isotonische, kohlenhydrathaltige Getränke aus Maltodextrin sowie Glucose- oder kombinierte Glucose-Fructose-Getränke. Eine mit viel Wasser verdünnte Apfelschorle, der eine Schweden-Tablette mit 250 mg Kochsalz zugesetzt wird, ist eine preisgünstige Alternative. Und für den Wettkampf im Halbmarathon oder Marathon empfahl Fritz die rechtzeitige Einnahme von Gelbeuteln. Deren Wirkungseintritt nach 15 Minuten sei passend für das Rennen, wogegen eine Banane lange im Magen liege und so keinen nachweisbaren Effekt habe. Für Langläufer gelte im Training wie auch für den Wettkampf dieser "eherne Grundsatz: viel trinken! Was du nach dem Training an Gewicht verloren hast, hast du zu wenig getrunken", resümierte er.

Quelle: RP
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