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Mönchengladbach
Erst der Flashmob, dann die Klimareise

Mönchengladbach: Erst der Flashmob, dann die Klimareise
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (v.l.), Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und NEW-Vorstand Armin Marx mit den Kindern im Blauhaus. FOTO: Isa
Mönchengladbach. Schüler des Hugo-Junkers-Gymnasiums beschäftigen sich mit Klimaschutz. Dafür haben sie sich bei einer "Klimareise" im Blauhaus mit NRW-Umweltminister Remmel Zukunftsprojekte angesehen. Von Angela Rietdorf

Jana hat die Tipps zum Energiesparen verinnerlicht. "Den Standby-Modus sollte man vermeiden und LEDs verwenden", zählt die Gymnasiastin Beispiele auf. Sinen, ihre Mitschülerin, hat sich über die Vorteile von Second-Hand-Waren für den Klimaschutz schlaugemacht. "Wenn die Produkte wiederverwendet werden, müssen sie nicht neu hergestellt werden", erklärt sie.

Jana und Sinen sind zwei von rund 60 Schülern des sechsten Jahrgangs des Hugo-Junkers-Gymnasiums, die jetzt auf "Klimareise" durch Mönchengladbach gegangen sind. Die genannten Erkenntnisse haben sie beim Volksverein gewonnen, einer Station der Reise. Bevor es losging, war am Rheydter Marktplatz aber noch ein Flashmob angesagt gewesen. Die Klimareisenden hatten sich Plakate umgehängt und machten Passanten auf die Inhalte eines Info-Koffers aufmerksam. Hat die Aktion funktioniert? Ja, finden die Schüler, die Leute waren durchaus interessiert.

Auftaktaktion und Koffer gehören als verbindende Elemente zu der Klimareise, die in Gladbach in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Ausgedacht hat sie sich Antti Olbrisch, Klimaschutzmanager der Stadt, gemeinsam mit Kollegen aus anderen Kommunen. In sechs Städten gingen in diesem Jahr zeitgleich Schüler auf die Reise, um Orte zu besuchen, an denen Klimaschutz konkret umgesetzt wird.

Diese Idee hat dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel von den Grünen so gut gefallen, dass er nicht nur in Mönchengladbach war, um die Schüler auf ihrer letzten Station zu begrüßen und zu begleiten, sondern auch noch, um die gesamte Klimareise-Idee auszuzeichnen. Passenderweise geschah das im Blauhaus, dem NEW-Neubau an der Richard-Wagner-Straße, der gerade erst vom Land als Vorreiterprojekt für den Klimaschutz gewürdigt worden ist.

In diesem hochmodernen Bau, den die NEW vom Keller bis zum Dach mit energieeffizienter Technologie vollgestopft hat, um zu erproben, zu präsentieren und weiterentwickeln zu können, konnten die Hugo-Junkers-Schüler erleben, wohin die Reise in die Zukunft führen kann. NEW-Experte Marc-André Müller erklärte, wie das Blauhaus es schafft, nicht nur genug Energie für den Eigenbedarf zu produzieren, sondern sogar überschüssigen Strom, der ins Netz abgegeben werden kann. Dazu tragen hervorragende Dämmung, Photovoltaikanlagen an der Fassade und auf dem Dach sowie eine Wärmepumpe im Heizungskeller bei. Wobei Heizungskeller eine respektlose Bezeichnung für die Technikausstellung ist, die in den unterirdischen Räumen zu sehen ist. Die NEW spricht deshalb auch lieber vom Showroom.

In diesem Showroom also konnten die Schüler das riesige Becken bestaunen, in dem jetzt wieder Wasser ist. Im Winter wird dem Wasser die Wärme zur Energiegewinnung entzogen. Es wird zu einem gewaltigen Eisblock, der im Sommer beim Kühlen des Gebäudes hilft - oder jedenfalls in Sommern, in denen das nötig ist. Sollte die ganze ressourcenschonende Technologie mal nicht ausreichen, gibt es auch noch eine kleine, mit Gas betriebene Heizanlage. Als Sicherheitsnetz sozusagen, damit die Studenten, die die im Blauhaus untergebrachte Bibliothek nutzen, abends nicht plötzlich im Kalten sitzen.

Aber diese Gefahr ist schon sehr gering. "Im vergangenen Winter ist die Heizungsanlage nur eine Stunde lang gelaufen", berichtet Müller den klimareisenden Schülern, die vom Blauhaus ziemlich beeindruckt sind. "Die Führung war wirklich interessant", sagt Maryan. "Und wir haben heute gesehen, wie viel wir selbst zum Klimaschutz beitragen können."

Quelle: RP
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