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Mönchengladbach
Erste Ziele sind erreicht: Gladbach ist sauberer

Mönchengladbach: Erste Ziele sind erreicht: Gladbach ist sauberer
Die Mülldetektive Michael Liedtke und André Kehrbusch suchen nach Hinweisen auf den Verursacher - und finden eine Spur FOTO: Raupold Isabella
Mönchengladbach. Rund 1400 Einsätze hatten die Mags-Mülldetektive seit Mitte 2016, etwa 700 Bußgeldverfahren haben sie eingeleitet. Bürger sprechen von ersten Erfolgen - auch dank der Initiativen des Vereins "Clean-up MG". Von Dieter Weber

Er hat einen Kosenamen, und er ist Kult, weil er im sozialen Netzwerk Facebook zu finden ist: "Gruby" heißt der Containerstandort an der Egerstraße in Rheydt. Glasflaschen können hier entsorgt werden, auch Papier. Weil aber "Gruby" an einer Straße liegt, die Fabrikhallen, aber keine Wohnhäuser aufweist und eigentlich nur von Autofahrern passiert wird, ist die soziale Kontrolle gering: Das nutzen Müllsünder weidlich aus und lagern hier Hausmüll und Sperrmüll ab.

Doch in jüngster Zeit ist es ruhiger um "Gruby" geworden. Eine Stippvisite vor Ort zeigte jetzt: Schön ist es hier nicht, weil die Container dreckig, beschmiert und hässlich sind. Und unter ihnen befindet sich viel Glas, was da nicht hingehört. Aber das Umfeld ist frei von Restmüll-Tüten und Sperrmüll. Sind CDU und SPD in ihrem Bestreben, Mönchengladbach zur saubersten Großstadt in NRW zu machen, ein großes Stück näher gekommen?

Dieses Foto entstand im Sommer vergangenen und zeigte die Situation damals am Container "Gruby" an der Egerstraße in Rheydt. FOTO: Raupold

Bürger und Geschäftsleute berichten davon, dass die Stadt sauberer geworden ist. Auch Eugen Viehof, Vorsitzender von "Clean-up Mönchengladbach", der sich mit seinen Vereinsmitgliedern seit 2002 mit großem Engagement für eine saubere Stadt einsetzt, hat die positive Veränderung bemerkt: "Wir werden nie eine klinisch saubere Stadt bekommen. Aber wenn man etwas erreichen will, muss man konsequent handeln und dann auch Müllsünder bestrafen."

Fakt ist: Seit dem Start Mitte 2016 haben die inzwischen neun Mülldetektive bereits rund 1400 Einsätze gehabt. Auch wenn ihre Präsenz auf Straßen und Innenstädten in erster Linie auf Prävention ausgerichtet ist, drohen Müllsündern sofortige Sanktionen. Das geht dann so weit, dass es sogar verdeckte Observationen gibt: Am Containerstandort Egerstraße haben die Mags-Mitarbeiter häufiger aus dem Auto heraus beobachtet, wie Menschen illegal Müll abgelagert haben.

Die Folge: Insgesamt wurden nach den 1400 Einsätzen rund 700 Bußgeldverfahren eingeleitet. "Die Einsätze haben sich herumgesprochen. An den Containerstandorten in der Stadt wird deutlich weniger Hausmüll entsorgt. Wir bleiben dran", verspricht Volker Lüttge von den Mags-Mülldetektiven. Selbst wenn noch keine genauen Zahlen darüber vorliegen, ob die Müllsünder ihr Bußgeld am Ende auch bezahlen, setzt die Mags auf einen Erziehungseffekt. "Müllsünder müssen jetzt einfach immer damit rechnen, ertappt und dann belangt zu werden. Das wirkt", sagt Sprecherin Anne Peters-Dresen.

So gut der Einsatz der Mülldetektive ist: Wichtig ist, dass es mittlerweile ein Gesamtkonzept für eine saubere Stadt gibt. "Da greift ein Rad ins andere", sagt Viehof. Dazu zählen auch die Mitarbeiter der Mags-Tochter GEM, die mit den großen Müllsaugern in den Zentren unterwegs sind. Und die Initiativen von "Clean-up" in Zusammenarbeit mit Volksverein und Diakonie. Mit Mitarbeitern des Volksvereins werden Einfallstraßen gereinigt, mit den Paten der Diakonie zwölf Plätze in der Stadt. Viehof: "Mehr als 40 Tonnen Abfall und Unrat holen die Volksverein-Leute aus dem Straßenbegleitgrün. Die Diakonie-Paten sorgen dafür, dass die Plätze nicht vermüllen."

Im Einsatz gegen wilden Müll ist viel erreicht - doch es bleibt noch viel zu tun. "Wenn wir das Erscheinungsbild nachhaltig verbessern wollen, brauchen wir den Einsatz von vielen", fordert Mags-Chef Hans-Jürgen Schnaß.

Quelle: RP
 
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