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Mönchengladbach
Esprits Europa-Drehkreuz

Mönchengladbach. Die Erweiterung der Esprit-Logistik im Regiopark geht in Kürze an den Start. Mindestens 300 weitere Arbeitsplätze entstehen - der Logistikstandort Gladbach boomt weiter. Von Jan Schnettler

Eigentlich, tuschelt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in Richtung seines obersten Wirtschaftsförderers, müsse man jetzt nur noch die Esprit-Hauptzentrale zum Umzug von Ratingen nach Mönchengladbach bewegen. In Ratingen sitze der Modekonzern aber dummerweise im Eigentum, erwidert Ulrich Schückhaus. Insofern wird sich Gladbach wohl oder übel damit "begnügen" müssen, im Regiopark immerhin das Logistikdrehkreuz für den kompletten europäischen Markt von Esprit darzustellen. Das ist ab sofort noch einmal stolze 80.000 Quadratmeter größer: Gestern wurden fünf neue, jeweils 60 Meter lange Hallenschiffe eröffnet, die in den vergangenen sechs Monaten im laufenden Betrieb an die Bestandsimmobilie von 53.000 Quadratmeter Größe angebaut wurden.

"Wir folgen damit unserer ursprünglichen Entscheidung, uns hier anzusiedeln", sagt Ernst-Peter Vogel, Chief Finance Operations Officer bei Esprit. Er lobte die "hervorragende Infrastruktur und Verkehrsanbindung", zum einen sei rund um das Esprit-Logistikzentrum in den letzten Jahren "viel Know-how entstanden, von dem wir profitieren können". Mit der Konzentration der Unternehmenslogistik auf Gladbach sollen aber natürlich auch Kosten gesenkt werden, schließlich befindet sich Esprit in einem großangelegten "Transformationsprozess" der "Neuausrichtung", wie es heute heißt, wenn das Geschäft schon mal besser lief. Im Gegenzug werde man sechs "Satellitenläger und Außenstandorte auflösen und hier integrieren", sagt Felix Fiege, Vorstandsmitglied des Logistikdienstleisters Fiege, der das Center betreibt. Für Gladbach wiederum bedeute das viele neue Arbeitsplätze. "In der Bestandsimmobilie arbeiten heute bereits 300 Menschen, wir planen, auf 650 zu kommen". Ungeachtet eines hohen Grades an Automatisierung würden in der Logistik auch künftig viele Menschen benötigt, fügt Fiege an.

In die derzeit noch leeren Hallen, die im Mai übergeben werden - Entwickler, Eigentümer und Verwalter ist einmal mehr der Immobilienkonzern Goodman - wird in den nächsten Monaten noch die sogenannte Intralogistik eingebaut. Darunter auch ein "spannendes" Fördersystem namens Split-Tray-Sorter, sagt Felix Fiege. Vier Hallen sollen im Sommer, eine weitere in gut einem Jahr in Betrieb gehen. Und man könnte in Zukunft noch ein bisschen anbauen - auf rund 40.000 Quadratmetern Optionsfläche. "Es muss nicht hierbei bleiben, es könnte noch weitergehen", sagt Jordan Corynen, Regional Director DACH bei Goodman, und läßt den Blick durch die weiten Hallen schweifen.

Von Güdderath aus werden künftig zweimal pro Woche die eigenen Filialen sowie Großhandelskunden von Esprit beliefert - europaweit. Alleine die Erweiterung hat 80 Ladetore und 1200 Quadratmeter Büro- und Sozialräume, zudem verfügt sie über energieeffizientes LED-Licht und hat das Gold-Zertifikat der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.

Quelle: RP
 
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