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Mönchengladbach
EWMG kauft Vitus-Center, Bücherei zieht ein

Das sind Mönchengladbachs Großprojekte
Das sind Mönchengladbachs Großprojekte FOTO: Santander Consumer Bank
Mönchengladbach. Die Stadttochter EWMG steht unmittelbar vor dem Kauf des Vitus-Centers. Die Verträge sind verhandelt, ein Notartermin wird in Kürze anberaumt. Voraussetzung ist für die EWMG allerdings, dass die Stadt als Mieter auftritt. Von Dieter Weber und Jan Schnettler

Auch da gibt es noch in dieser Woche eine - vermutliche positive - Entscheidung. Hauptausschuss und Rat wollen in der jeweils nächsten Sitzung zustimmen, dass die Stadtverwaltung als Mieter auftritt: Bei der Ratsmehrheit aus CDU und SPD ist diese Entscheidung völlig unstrittig.

In das Vitus-Center soll auf jeden Fall die Stadtbibliothek für die Zeit einziehen, wenn das Gebäude an der Blücherstraße saniert wird. Die Renovierung des 1950er-Jahre-Baus ist nicht nur unter energetischen und ökonomischen Gründen notwendig: Der Brandschutz im Gebäude ist so miserabel, dass die Bücherei spätestens 2016 komplett gesperrt wird, wenn zwischenzeitlich nichts geschieht. Mehr als fünf Millionen Euro sind für die Sanierung kalkuliert. Da diese nicht während des normalen Betriebs erfolgen kann, muss die Bücherei Blücherstraße für die Dauer der Arbeiten ausgelagert werden.

Die Stadtverwaltung will mehrere Abteilungen in das Vitus-Center verlagern. Zwar gibt es noch kein in Stein gemeißeltes Konzept, aber bereits erste Pläne. So könnte der Bürgerservice mit dem Ausländeramt, der derzeit im Rheydter Rathaus ist, zur Hindenburgstraße verlagert werden. Auch über eine Zusammenlegung der Standesämter Alt-Gladbach - jetzt am Alten Markt - und Rheydt (Rathaus) am neuen Standort Vitus-Center wird intensiv nachgedacht. Die Bezirksverwaltungsstelle Nord - derzeit an der Fliethstraße - könnte sich auch zur Hindenburgstraße hin verändern.

Das Vitus-Center verfügt über drei Büroetagen, die derzeit weitgehend leer sind und die städtischen Dienststellen aufnehmen könnten. Im Gegenzug will die Stadtverwaltung Abteilungen aus Häusern nehmen, die lediglich angemietet sind. So soll die schlecht untergebrachte IT-Abteilung der Stadt von der Voltastraße in das Rheydter Rathaus verlagert werden: Hier ist, wenn der Bürgerservice auszieht, nicht nur Platz, es liegen auch die notwendigen technischen Voraussetzungen vor. Wird das alles so vollzogen, könnte die Stadtverwaltung die Mietverhältnisse mit Stadtsparkasse (Standesamt) und Telekom (Fliethstraße) auflösen.

Thema bleibt auch, die Stadtbibliothek dauerhaft im Vitus-Center zu belassen. Dies würde den unteren Bereich der Hindenburgstraße enorm aufwerten, weil die Bücherei als sogenannter Frequenzbringer viele Menschen anzieht. Es ist aber noch unklar, ob und unter welchen Bedingungen dies räumlich möglich ist. Und es muss in diesem Fall ein Konzept für den bisherigen Standort Blücherstraße geben: Das Gebäude ist eine Stiftung und unterliegt da dem Stiftungszweck, der eine kulturelle Einrichtung im Haus fordert. Es gibt für diese dauerhafte Bücherei-Lösung zahlreiche Befürworter bei CDU und SPD.

Quelle: RP
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