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Mönchengladbach
EWMG: Minus trotz Plus

Mönchengladbach. Die Entwicklungsgesellschaft hat auch wegen des Grundstücksverkaufs für das Esprit-Europalager ihren Umsatz verdoppelt. Trotzdem macht sie über eine Million Euro Verlust. Sie will künftig mehr private Bauherrn ansprechen. Von Ralf Jüngermann

Auch wenn das angesichts eines Verlusts von voraussichtlich mehr als einer Million Euro kurios scheint: 2009 war für die städtische Tochter Entwicklungsgesellschaft ein gutes Jahr. Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus sprach gestern bei der Jahrespressekonferenz gar von einem "exorbitant guten Jahr”.

Verantwortlich dafür sind vor allem die Grundstücksverkäufe. Knapp 12,4 Millionen Euro nahm die EWMG ein; im Vorjahr waren es 5,1 Millionen gewesen. Dass kurz vor Jahresende im Regio-Park das Grundstück verkauft wurde, auf dem das Esprit-Europalager gebaut wird, schraubte diese Bilanz in ungeahnte Höhen. Doch auch ohne diesen Deal wäre der Umsatz um etwa 50 Prozent gestiegen, versichert Schückhaus.

Dass die EWMG gleichwohl in Summe rote Zahlen schreibt, hängt an zwei Besonderheiten ihrer Konstruktion: Sie steuert knapp eine Million Euro für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft bei. Und normalerweise hebt die Dividende der NVV ­ im Vorjahr waren dies noch 3,5 Millionen Euro ­das Ergebnis. Doch diesmal schüttet die NVV nicht aus, hat aber schon angekündigt, dass dies bald wieder der Fall sein wird.

Um das eigene operative Ergebnis mittelfristig zu halten, braucht die EWMG zweierlei: weitere Gewerbeflächen, die sie verkaufen kann und mehr Erfolg beim Verkauf der Grundstücke für Wohnungsbau. Mit rund 250 Flächen ist die EWMG der größte Anbieter in der Stadt. Mit diesem Pfund will man mehr wuchern. Derzeit werden neue Vertriebsmitarbeiter gesucht. Diese werden, entgegen der bisherigen Gepflogenheiten, auch am Samstag und Sonntag ansprechbar sein, wie Schückhaus gestern ankündigte.

Um den Bökelberg, die hochwertigsten Grundstücke, die die EWMG im Angebot hat, macht sich der Geschäftsführer wenig Sorgen. 13 der gut 70 sind bisher verkauft; alle liegen im oberen Bereich des Geländes. "Unser Ziel ist, diese Zahl im kommenden Jahr zu verdoppeln”, so Schückhaus. Künftig sollen pro Jahr zwischen 15 und 20 der exklusiven Grundstücke verkauft werden.

Und auch bei den Gewerbegebieten zeichnet sich Zuwachs ab. An der Stelle im Nordpark, wo die ersten Planungen Wohngebiet vorgesehen hatten, sollen nun weitere Firmen angesiedelt werden, auf rund 300 000 Quadratmetern ­ mindestens. Denn wenn die Stadt dem Bund die Grundstücke ander Lilienthalstraße abkauft, wo jetzt Häuser der Briten stehen, könnte das Gebiet sogar noch größer werden.

Schließlich hat die EWMG in diesem Jahr an drei zentralen Stellen wichtige Aufgaben für die Stadt: Sie ist Herr über das Vergabeverfahren für ein Einkaufszentrum in der Gladbacher Innenstadt, hat die Konzepte für die Neuausrichtung der Altstadt in Auftrag gegeben und sucht einen Nutzer für das Theater im Nordpark, wenn die Theaterleute nach der Renovierung wieder in ihr angestammtes Haus in Rheydt zurückkehren.

Quelle: RP
 
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