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Mönchengladbach
EWMG will bei Neubaugebieten Druck machen

Mönchengladbach. Die Konkurrenz ist riesig - schlichtweg jede Stadt im Umfeld der überhitzten Metropole Düsseldorf will von den Überschwapp-Effekten profitieren. "Diesen Kampf um Köpfe und Kapital wollen wir gewinnen", sagt Baudezernent Gregor Bonin, zugleich Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft (EWMG). "Wir wollen die Nummer eins am linken Niederrhein sein." Die Standortbestimmung, die die EWMG gestern mit ihrem Jahresbericht für 2016 vorlegte, lässt erahnen, dass dieses Ziel hoch gesteckt, aber realistisch ist. Von Jan Schnettler

Ergebnisse "Wir sind stabil in den schwarzen Zahlen, zum vierten Mal hintereinander", sagt Geschäftsführer Ulrich Schückhaus. Das Umsatzvolumen aller An- und Verkäufe liegt bei 22,9 Millionen Euro, das vorläufige Ergebnis im operativen Geschäft bei 1,5 Millionen und damit 500.000 Euro über dem Vorjahreswert. Der Jahresüberschuss beträgt 1,3 Millionen vor Steuern - 300.000 Euro unter dem Vorjahreswert, "aber nur, weil die Dividende der NEW niedriger ausgefallen ist", so Schückhaus. Bei den Grundstücksverkäufen machten Gewerbegrundstücke zuletzt immer wieder den Löwenanteil aus, das Thema sei aufgrund ausgehender Flächen allerdings "endlich". Auch beim Vermieten und Verpachten von städtischen sowie EWMG-eigenen Objekten werden "ordentliche Summen bewegt", sagt Schückhaus. Alleine bei EWMG-eigenen Objekten sollen die Mieteinnahmen am Ende des Jahres 2017 von 2,3 Millionen Euro in 2015 auf dann 3,7 gestiegen sein.

Ankäufe 2016 hat die EWMG etwa den Bahnhof Rheydt, das Areal der Fleischer-Innung auf dem Gelände der City Ost sowie landwirtschaftliche Flächen für eine spätere Umnutzung als Baugebiete gekauft.

Bauen/Investment Die im Jahr 2016 hohen Investitionsausgaben für Bauleistungen (für Karstadt etwa 6,4 Millionen, für das Vitus-Center weitere 1,7) sollen 2017 wieder deutlich zurückgefahren werden. Beides habe sich bereits gelohnt, so Schückhaus: Beim Vitus-Center erarbeite man derzeit verschiedene Konzepte für die Nutzung des Erdgeschosses, der Mietvertrag für die letzte freie Fläche im Karstadt-Basement werde in Kürze unterzeichnet.

Baugrundstücke Hier liegt der Hase im Pfeffer. "Nur" 51 Grundstücke verkaufte die EWMG 2016, der Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt bei 62. "Angesichts der Nachfrage und der Zinslage wäre sehr viel mehr gegangen", sagt Bonin. Doch noch fehlen die Grundstücke. Er versprach: "Spätestens 2018 werden wir große Angebote an den Markt bringen." Bei allen laufenden Projekten, sei es Rönneter-Nord, Am Torfbend, Helmut-Freuen-Ring oder Spönnradsweg, seien quasi alle Grundstücke zumindest reserviert. Neu hinzukommen sollen möglichst schnell die "Wienenfeldgärten": So heißt ein Neubauprojekt in Waldhausen auf der ehemaligen Schulerweiterungsfläche hinter der Geschwister-Scholl-Realschule; das städtebauliche Gebotsverfahren hat ganz aktuell das Büro Wechselberger & Hiepen für sich entschieden.

Einstellung "Der EWMG gehen die Grundstücke aus" - so waren Jahresbilanz-Artikel in den letzten Jahren mehrfach übertitelt. Nun wird nicht mehr lamentiert, sondern aktiv nach vorne geschaut. "Städtebauliches Gebotsverfahren" ist dabei ein gutes Stichwort: Dieses gegenüber einem langwierigen Bebauungsplanverfahren deutlich beschleunigte Vorgehen kam bereits der ehemaligen Hauptschule Regentenstraße zum Tragen und ist eine von mehreren Möglichkeiten, schneller als bisher mit Projekten "auf die Straße zu kommen", so Bonin. Architekten bunte Pläne zeichnen lassen, könne jede Stadt - Gladbachs Vorteil müsse es sein, schneller und schlagkräftiger vorzugehen. Dazu trage auch die deutlich verbesserte Zusammenarbeit zwischen Baudezernat, EWMG und Politik bei, sagte Horst-Peter Vennen, EWMG-Aufsichtsratsvorsitzender.

Ausblick Neue Baugebiete, die 2017 vermarket werden sollen, sind Am Brückensteg (30 bis 36 Reihenhäuser in Lürrip), Am Volksgarten/Eintrachtplatz (sechs Mehrfamilien-, fünf Einfamilienhäuser und 16 Doppelhaushälften) und Grötekenstraße (26 Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften in Rheindahlen). Als Partner für die Entwicklung der City Ost wurde Interboden gefunden - das Projekt wird nächste Woche vorgestellt. Das Unternehmen hat beispielsweise in Düsseldorf auf dem (vergleichbaren) Gelände des Derendorfer Güterbahnhofs das Quartier Le Flair entwickelt. Bahnhof Rheydt, Croonsquartier und das "Projekt Geroweiher" (ab 2018) sollen vorangetrieben werden, beim Reme-Gelände will man ebenfalls 2018 gleichzeitig mit der Altlastensanierung und der Investorensuche beginnen.

Quelle: RP
 
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