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Mönchengladbach
Explosion einer Telefonzelle: Es war doch ein Polenböller

Fotos: Telefonzelle gesprengt - viele Haushalte ohne Strom
Fotos: Telefonzelle gesprengt - viele Haushalte ohne Strom FOTO: Theo Titz
Mönchengladbach. Zerfetzte Schrottteile - mehr blieb nicht übrig von der Telefonzelle, die am Neujahrstag an der Fringsstraße mit einem weit hörbaren Knall explodierte. Zunächst waren die Ermittler von einem selbst gebastelten Sprengsatz ausgegangen. Doch jetzt herrscht Klarheit.

Es war doch ein Polenböller - und zwar einer mit einer gewaltigen Sprengkraft. Denn am Neujahrstag war nicht nur die Telefonzelle in die Luft geflogen. Es wurden auch Nachbarhäuser und ein Verteilerkasten beschädigt, so dass viele Haushalte zeitweise ohne Strom waren.

Das Landeskriminalamt hat die am Tatort gesicherten Spuren jetzt analysiert: "Es war aber nicht ein klassischer Polenböller, sondern einer mit einer außergewöhnlich heftigen Explosionswirkung", erklärte gestern Polizeisprecher Willy Theveßen.

Definitiv ausgeschlossen werden könne, dass jemand sich selbst eine Bombe zusammenbaute. "Der Polenböller ist illegal erworben worden", so Theveßen. Zu kaufen seien diese Sprengsätze im Internet oder auch im Ausland. Dennoch bleibt das Zünden des Sprengsatzes am Neujahrsmorgen eine gemeingefährliche Straftat. Die Polizei ermittelt wegen "Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion", ein Verbrechen, das mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Am Tatort sahen Zeugen ein Paar: Der Mann ist 25 bis 30 Jahre alt, groß und kräftig. Er hat eine Glatze und trug eine Bomberjacke. Die Frau wird auf etwa 25 Jahre geschätzt. Sie hat schwarze glatte Haare.

(gap)
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