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Mönchengladbach
Export hemmt Gladbachs Industrie

Mönchengladbach. Die Unternehmen in der Stadt bewerten die Lage skeptischer als in der Region.

Die Unternehmen in Mönchengladbach bewerten ihre Geschäftslage deutlich schlechter als Firmen in der Gesamtregion, dennoch hat sich ihre Stimmungslage gebessert. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage hervor, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein jetzt in Düsseldorf vorstellte. Demnach melden 35 Prozent der befragten Betriebe in Mönchengladbach eine gute Geschäftslage, am gesamten Niederrhein sind es aber fast 40 Prozent. Rund 22 Prozent der Gladbacher Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als schlecht, in der Region sind es lediglich 12 Prozent. Außerdem blickt die Wirtschaft in der Vitusstadt wesentlich skeptischer in Zukunft. 27 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre Geschäfte verbessern (Niederrhein: 32 Prozent). Immerhin 19 Prozent der Unternehmen befürchten eine Verschlechterung der Geschäftslage in Gladbach (Niederrhein: 14 Prozent).

Grund für die schlechtere Lage in Gladbach ist die hiesige Industriestruktur. Die Mönchengladbacher Industriestruktur ist vergleichsweise stark vom Maschinenbau geprägt. Gerade diese Branche weist im Moment nicht so gute Werte vor. Die IHK führt das auf Probleme in den wichtigen Wirtschaftsregionen Russland und China zurück. "Die Aufträge aus dem Ausland stagnieren derzeit, verbleiben aber auf einem hohen Niveau", sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. "Dass vom Export kein Schwung ausgeht, liegt auch an den zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und dem Schwächeln Chinas." Allerdings bewerten die Unternehmen die sukzessive Abkehr vom Schengen-Abkommen über die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in der EU als eine große Gefahr für die Exporteure. Stärkere Kontrollen würden zu spürbaren Einbußen führen. Und gerade die Mönchengladbacher Industrie mit einer Exportquote von über 50 Prozent wäre von einer solchen Politik sehr stark betroffen.

Insgesamt bewegt sich die regionale Wirtschaft laut IHK auf einem soliden konjunkturellen Kurs. "Die starke Inlandsnachfrage wird vor allem vom Konsum getragen, daher melden der Einzelhandel sowie die Ge- und Verbrauchsgüterindustrie eine besonders gute Geschäftslage", erläutert Steinmetz. "Auch die heimische Bauwirtschaft profitiert von der starken Binnennachfrage in Form von zahlreichen Wohnungsbau- und Infrastrukturprojekten. Sie weist mit fast 85 Prozent zudem den höchsten Kapazitätsauslastungsgrad aller Industriezweige auf."

(angr)
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