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Mönchengladbach
Exportschlager Stadtwerke-Chefs

Mönchengladbach: Exportschlager Stadtwerke-Chefs
FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Mönchengladbach. Der Neuwerker Manfred Abrahams wechselt in den Vorstand des Düsseldorfer Energieversorgers. Arne Dorando aus dem Gründerzeitviertel leitet bald die Wülfrather Stadtwerke. Sie sind nicht die einzigen Gladbacher in solchen Schlüsselpositionen. Von Jan Schnettler, Uwe Reimann, Denisa Richters und Thomas Grulke

Mönchengladbach war mal eine Textilstadt von Weltrang, heute ist es eine Logistik-Drehscheibe. Auch als Ausbildungsstätte großer Fußballer hat es sich einen Namen gemacht. Doch offenbar sind die Gladbacher auch prädestiniert für Posten in der Chefetage kommunaler Versorgungsunternehmen. Alleine in dieser Woche wurden der Wechsel des Neuwerkers Manfred Abrahams (56) in den Vorstand der Düsseldorfer Stadtwerke und die Berufung von Arne Dorando (46), der im Gründerzeitviertel wohnt, zum Geschäftsführer der Wülfrather Stadtwerke festgezurrt.

Damit sind sie beileibe keine Einzelfälle: So bildet beispielsweise der gebürtige Mönchengladbacher Martin Grießner (52) eine Hälfte der Doppelspitze der Potsdamer Verkehrsbetriebe. Und Josef Rahmen, 1951 in der Vitusstadt geboren, war nach Stationen unter anderem an der Düsseldorfer und Leipziger Messe bis zu seinem Renteneintritt im vergangenen Frühjahr Geschäftsführers der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft LVV. Den Rheindahlener Borussenfan hatte es nach 40 Jahren in der Vitusstadt zur Wendezeit nach Leipzig verschlagen, längst mischen sich sächsische Brocken in seinen rheinischen Singsang.

Das wird Abrahams in Düsseldorf und Dorando in Wülfrath (Kreis Mettmann) kaum passieren. Seit rund fünf Jahren ist Abrahams Stadtdirektor und Kämmerer in der Landeshauptstadt, nachdem er zuvor seit 2003 Kämmerer in Krefeld gewesen war. Und obwohl er als CDU-Mann der falschen Partei angehört, hat Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) ihn seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr schätzen gelernt. Im September wollen die beiden noch gemeinsam den Etatentwurf für 2016 in den Stadtrat einbringen, bevor Abrahams dann zum 1. Oktober seinen Vorstandsposten antritt. Abrahams' reguläre Amtszeit wäre noch bis 2018 gelaufen; versüßt wird ihm der Wechsel durch die Tatsache, dass er, je nach Prämie, künftig jährlich auf 400 000 Euro kommt, etwa doppelt so viel wie bisher.

Arne Dorando wiederum wechselt von der europagrößten Stadtwerke-Kooperation Trianel nach Wülfrath und wird dort ab Oktober die Stadtwerke führen. Der gebürtige Wuppertaler wuchs in Rheydt auf. Nach seinem Studium der Soziologie, Psychologie und Politologie fand er direkt den Weg in die Energiebranche: Erst beheimatet bei der Thyssengas-Tochter Energie Marketing Service GmbH, stieg er bei den damaligen Stadtwerken Viersen ein. Ab 2007 arbeitete er bei der Trianel GmbH in Aachen, steuert dort noch bis Ende September als Gesamtbetriebsleiter mit 300 Mitarbeitern mehr als 120 Stadtwerke in Deutschland, der Schweiz und Österreich mit Dienstleistungen zu Beschaffung und Vertrieb.

In Wülfrath löst Dorando die bisherige Doppelspitze ab - auf ihn warten grundsätzliche strategische Entscheidungen. "Wir müssen zukünftig weg vom althergebrachten Versorger zum modernen Dienstleistungsunternehmen", sagte er gestern bei seiner Vorstellung. In seiner Freizeit mag es Dorando gerne sportlich. Aktiv spielt er seit Jahrzehnten Hockey beim Rheydter SV, mit dem er es bis in die Bundesliga schaffte. Zudem besucht er regelmäßig die Heimspiele der Borussia. Vor zwei Jahren wagte er sich auf bis dahin unbekanntes Terrain, als er mit Ute Gruben, mit der er ein Haus an der Kaiserstraße bewohnt, unter die Autoren ging und zum 150-jährigen Bestehen des Gründerzeitviertels das Buch "Ein starkes Stück Gladbach" herausbrachte - ein Band über jenen Stadtteil, der längst zu seiner Heimat geworden ist.

Quelle: RP
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