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Mönchengladbach
Falschparker werden rücksichtsloser

Mönchengladbach: Falschparker werden rücksichtsloser
Eine Entdeckung von Falschparkern: Mit einem simplen Vierkantschlüssel lassen sich die Poller entfernen. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Vierkantschlüssel raus, Poller raus, Parkplatz gefunden! Verkehrsrowdys haben offenbar eine neue Masche gefunden. Sie parken öffentliche Flächen zu. Das Ordnungsamt stellt fest: Viele Falschparker werden immer dreister. Von Gabi Peters und Ralf Jüngermann

Anfang April mussten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu "härteren Bandagen" greifen: Weil immer wieder Innenstadtbesucher verbotenerweise ihre Autos auf der Grünfläche im Hans-Jonas-Park abstellten, wurden von der Stadtverwaltung Baumstämme im Park quergelegt, um das Wildparken zu verhindern. Da waren die Schäden in der Grünanlage aber schon da. Der Hans-Jonas-Park musste umfangreich wieder hergerichtet werden.

Aber nicht nur Grünanlagen werden von Falschparkern regelmäßig okkupiert. Der Rheydter Marktplatz ist sonntags oft voll mit Fahrzeugen, der Kapuzinerplatz auch. Wie das Ordnungsamt mitteilt, gibt nur wenige Ausnahmen, in denen auf öffentlichen Plätzen geparkt werden darf. Auf dem Rheydter Marktplatz beispielsweise gibt es Ausnahmegenehmigungen an Ostern und Weihnachten, um Messebesuche zu ermöglichen. Ansonsten ist das Parken auf dem neu hergerichteten Platz strikt verboten. Nur stört das manche nicht.

Selbst Poller sind kein Allheilmittel. Die Absperrungen dürfen eigentlich nur im Bedarfsfall von Rettungsdienstmitarbeitern, Ordnungskräften oder der Polizei entfernt werden. Aber das scheint einige Autofahrer nicht zu stören. Die Poller lassen sich mit einem simplen Vierkantschlüssel entfernen. Und den haben jetzt einige offensichtlich im Auto. Denn immer wieder kommt es vor, dass Privatautos auf den Plätzen stehen, und die Poller auf dem Boden liegen.

Das ist auch den Politikern schon aufgefallen. Im Hauptausschuss war das Wildparken auf jeden Fall ein Thema. Da fragte Karl Sasserath, Fraktionssprecher der Grünen, warum auf dem Rheydter Markplatz am Sonntag so viele Autos parken und was die Stadt dagegen zu tun gedenke. Normalerweise werden solche Fragen schriftlich beantwortet. Aber Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der sich offensichtlich auch schon häufig über diese Unart geärgert hat, ging sofort darauf ein: "Das habe ich auch schon gesehen. Das ist ein großes Ärgernis, gegen das wir vorgehen." Und damit meinte er nicht nur das Wildparken auf dem Rheydter Marktplatz, sondern auch auf dem Alten Markt und anderen Plätzen.

Bis jetzt wird meistens nur ein Verwarngeld erhoben: 30 Euro sind es, wenn in einem ausgewiesenen Fußgängerbereich geparkt wird. Bislang wurde in der Regel nur bei Behinderungen und Gefährdungen wie zum Beispiel dem Parken in Feuerwehrfahrten abgeschleppt. Die Rechtssprechung ließe aber laut Verwaltung auch das Abschleppen von verbotwidrig abgestellten Fahrzeugen in Fußgängerbereichen zu, selbst wenn keine Verkehrsbehinderung vorliegt. Denn, so heißt es, Autos beeinträchtigen die Funktion der Fußgängerzone als Aufenthalts-, Kommunikations-, Ruhe- und Verweilort von Passanten.

Die Zahl der Falschparker habe sich zwar in den vergangenen Jahren nach den Erfahrungen aus dem Ordnungsamt nicht wesentlich verändert, "aber man muss leider feststellen, dass Falschparker immer rücksichtsloser werden", berichten die Mitarbeiter. So würden nicht nur Grünflächen und Plätze zugeparkt, sondern auch Garageneinfahrten. Besonders schlimm sei dies am Wochenende und bei Großveranstaltungen, wenn viele Menschen in der Stadt sind.

Quelle: RP
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