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Mönchengladbach
Familie Buchholz gibt den EM-Boten

Mönchengladbach: Familie Buchholz gibt den EM-Boten
Bereit für die EM: Borussias Präsident Rolf Königs, Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Lea-Sophie, Marcel und Norbert Buchholz (von links). FOTO: Georg Amend
Mönchengladbach. Gestern unterzeichneten Borussias Präsident Königs und Oberbürgermeister Reiners die offizielle Bewerbung. Von Georg Amend

Man sollte meinen, wer im Weltraum war und auf die Erde hinabgeblickt hat, der hat alles gesehen. Doch weit gefehlt: Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Mönchengladbach zu erleben, nennt Reinhold Ewald einen Traum, den er noch gern erfüllt sähe. Das sagt der Astronaut in einem der mittlerweile mehr als 50 Videos, die im Internet auf der Seite unsertraum2024.de zu sehen sind.

Die Videokampagne ist Bestandteil der Bewerbung, die Stadt und Borussia nun an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) schicken, die Frist dazu endet kommenden Montag. Im weiteren Verfahren wählt der DFB aus den 14 Bewerbern die zehn Austragungsstädte aus, von denen wahrscheinlich drei in NRW liegen werden. Ebenso Bestandteil des sogenannten Pflichtenheftes, um sich als Austragungsort für EM-Spiele in sieben Jahren zu bewerben, ist ein Buch mit mehr als 15.000 Unterschriften. Darin unterzeichneten Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Borussias Präsident Rolf Königs gestern im Innenhof des Rathauses als "zwei von 269.789 Mönchengladbachern" die offizielle Bewerbung. Diese bringt die Familie Buchholz - Großvater Norbert, Vater Marcel und Tochter Lea-Sophie wurden als "drei Generationen Borussia-Fans" vorgestellt - heute zum DFB nach Frankfurt. Das ist Symbolik, weil "wir etwas Haptisches haben wollten", wie Reiners es nannte. Die Bewerbung wird aber auch elektronisch übermittelt.

Dem Bürgermeister war es gestern sichtlich eine Freude, als er sagen konnte: "Wir sind fertig." Man könne sich nun nicht vorwerfen lassen, dass man etwas unversucht gelassen habe, nun müsse man das Ergebnis des DFB am 18. September abwarten. Königs lobte die "wunderbare Allianz", die Stadt und Borussia bildeten, und betonte, dass es ganz wichtig sei, dass das Stadion dem Verein "und nicht irgendjemandem" gehöre. Borussias Präsident verwies darauf, dass "mehr als 15 Millionen Menschen" seit der Eröffnung 2004 in den Borussia-Park gekommen seien und dass man Erfahrung mit sechs Länderspielen der A-Nationalmannschaft und 19 internationalen Partien mit Borussia habe. "Wir können das, und wir wollen das", sagte Königs. "Diesmal kommen sie nicht an uns vorbei, wir sind dran. Wir werden zu den zehn Austragungsorten, die bestimmt werden, gehören."

Zu den Kosten, die dann eventuell auf die Stadt zukommen könnten, könne man heute noch nichts seriös sagen, erklärte Dezernent Gert Fischer. Dass es aber großartige Änderungen zum Beispiel an der Zuwegung zum Stadion geben könnte, schloss er aus: "Das ist ja eine der Stärken bei uns: ein frisches Stadion. Andere kommen teilweise mit Stadien aus den 70er Jahren an und müssen dann nachbessern. Wir müssen baulich nichts ändern." Reiners sagte: "Wie das bei Großereignissen nun mal so ist: Am Anfang muss man eine Entscheidung treffen, ob man dabei ist oder nicht. Dass wir jetzt noch keine seriösen Zahlen nennen können, war auch dem Rat bekannt, und er hat trotzdem mit sehr, sehr großer Mehrheit seine Zustimmung gegeben."

Reiners zählt bei den Internetvideos zu den prominenten Gästen, wie unter anderem auch Sportmoderator Kai Ebel, die Fußball-Weltmeister Jupp Heynckes, Berti Vogts, Herbert "Hacki" Wimmer und Rainer Bonhof (alle 1974), Lothar Matthäus (1990) und Christoph Kramer (2014), die Autorin Rebecca Gablé oder Moderatorin Ulrike von der Groeben. Sollte ihre Geburtsstadt den Zuschlag erhalten, bietet sie im Übrigen in diesem Video an, an einem EM-Spieltag von Köln nach Gladbach zu radeln, und zwar "in den Trikots der Nationalmannschaften". Gemeint sind sicherlich die Teams, die an jenem möglichen Termin 2024 dann gegeneinander spielen werden, da weder Köln noch Gladbach bekanntlich eigene Nationalteams haben.

Auch in anderen Videos ist nicht alles wirklich klar: Gastronomin Ute Becker beispielsweise verspricht bei einem Zuschlag für Mönchengladbach Freibier - ob es das vom Tag der Entscheidung am 18. September bis zum Finale im Juli 2024 geben wird, ist da nicht heraus. Hauptsache, es überzeugt den DFB.

Quelle: RP
 
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