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Mönchengladbach
Familienvater wegen Mordversuchs vor Gericht

Mönchengladbach. Wegen versuchten Mordes, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung muss sich jetzt ein Schwalmtaler (40)vor der 7. Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten. Nach Verlesung der Anklage hatte der Vater eines siebenjährigen Jungen zunächst geschwiegen. Von Ingrid Krüger

Der Staatsanwalt wirft dem 40-Jährigen vor, am 29. Februar vor dem Supermarkt Lidl in Schwalmtal den Freund seiner von ihm getrennt lebenden Frau mit einem Messer angegriffen zu haben.

Doch der Nebenbuhler habe die Stiche jeweils mit einer Einkaufstüte abwehren können, so dass er nur leichte Verletzungen an den Armen erlitten hatte. Gestern zeigte sich der Angeklagte aussagebereit. Mit Hilfe einer Dolmetscherin schilderte der Angeklagte, wie er 2014 auf Arbeitssuche aus seiner polnischen Heimat nach Deutschland gekommen war. Die Ehefrau sei nach drei Monaten nachgekommen. Ein Freund hatte ihm versprochen, bei der Jobsuche zu helfen.

Doch der Mann hielt sein Versprechen nicht. "Aber die meiste Zeit wohnte er bei uns", erinnerte sich der Angeklagte. "Mit Drogen habe ich kein Problem, aber mit Alkohol. Erst in Deutschland habe ich angefangen zu trinken", ließ er übersetzen. Probleme mit der deutschen Sprache hätten dabei eine Rolle gespielt. Danach gab der Verteidiger für seinen Mandanten eine Erklärung ab. Darin schilderte der Anwalt, was dem Messerangriff vorausgegangen war.

Zweimal habe der Schwalmtaler in der Wohnung den Freund und die Ehefrau miteinander tanzend und das nächste Mal "beim Sex" beobachtet. Die Frau und der Liebhaber hätten ihn jedes mal aus der Wohnung entfernt und ihn nicht wieder hereingelassen. Da habe er völlig falsch reagiert, Wein und Wodka getrunken, sich ans Steuer gesetzt, bis ihn die Polizei erwischte. Am Tatabend im Februar folgte er dem Nebenbuhler zu Lidl und überfiel ihn mit dem Messer, als er den Supermarkt verließ.

"Ich mach' dich fertig", habe er gedroht und mehrere Stichbewegungen gemacht. "Aber ich wollte ihn nicht ernsthaft verletzen. Ich wollte ihn vor allem in Angst und Schrecken versetzen", beteuerte der Angeklagte. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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