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Borussia Mönchengladbach
Fans reiten auf der Euphoriewelle

Borussias ausgefallenste Fanartikel
Borussias ausgefallenste Fanartikel FOTO: Borussia Mönchengladbach
Mönchengladbach. Beim ersten Training von Borussia nach dem eindrucksvollen 4:1-Sieg gegen Wolfsburg schauten am Dienstag Hunderte Fans zu. Sie deckten sich mit Trikots und Karten für das kommende Heimspiel ein. Die Stimmung ist euphorisch. Von der Meisterschaft spricht aber niemand. Von Nico Rübsteck

Der begeisternde Fußball der "Fohlen" macht sich beim Ticketverkauf bemerkbar. "Beim nächsten Heimspiel gegen Kaiserslautern erwarten wir mehr als 50 000 Besucher", sagt Löbbe Popken, Mitarbeiter der Presseabteilung. Auch beim Trikotverkauf werden zwei Namen besonders häufig auf die Jerseys gedruckt: Marc-Andre tér Stegen und Marco Reus. Spieler, mit denen sich die Fans identifizieren können. Diese Identifikation fehlte noch in der vergangenen Saison - unter Lucien Favre kehrte sie nun zurück.

Parkplatz eins belegt 

Entsprechend groß der Andrang beim Üben: Eine am Trainingsplatz der Borussia vorbeifahrende Radfahrerin formulierte treffend: "Hier ist ja mehr los, als bei Heimspielen." Natürlich war diese Aussage überspitzt, doch der Parkplatz eins rund ums Trainingsgelände war fast komplett belegt. Hunderte Zuschauer standen am Zaun und schauten den Borussen bei der Arbeit zu.

Die Stimmung im Team und bei den Fans ist nach dem dritten Bundesliga-Spieltag entspannt, sogar ein bisschen euphorisch. Die Borussen grüßen von der Tabellenspitze, zeigten gegen Wolfsburg gar ein berauschendes Fußballspiel. Die Fans, wie Willibert Strauch, schätzen die Lage jedoch realistisch ein: "Natürlich ist das genial, dass wir momentan da oben stehen. Wir sollten so lange wie möglich auf der Euphoriewelle reiten." Er prophezeit zudem, dass "auch noch Negativerlebnisse auf das Team zukommen".

Stoppt Schalke den Höhenflug?

Ähnlich schätzt Kumpel Wilfried Boldt die Situation ein. "Natürlich haben wir momentan eine tolle Mannschaft und eine super Stimmung, aber wir müssen auf dem Boden bleiben und uns primär um den Klassenerhalt bemühen", so Boldt. Er geht davon aus, dass die Schalker den Höhenflug der "Fohlen" stoppen: "Ralf Rangnick hat seine Aufstellung gefunden. Es wird sehr schwer für Borussia."

Diese Einschätzung teilen die beiden Trainings-Kiebitze Anthon und Paul nicht. "Die Mannschaft spielt gut, das Angriffsspiel funktioniert und mit Favre haben wir einen Trainer, der zu uns passt", sind sich die beiden einig. Auch bei der Tabellensituation nach 34. Spieltagen herrscht bei beiden Konsens. Der 11-jährige Paul sieht Borussia "auf dem achten Platz", sein ein Jahr älterer Freund Anthon glaubt "an eine Platzierung unter den ersten zehn". Die beiden sind vor allem von Raúl Bobadillas Leistungsexplosion begeistert und warten auf ein Autogramm des Argentiniers.

Die Tabelle hängt im Büro

Auf Autogrammjagd geht Mecki Peters nicht, aber das Grinsen in ihrem Gesicht über die Tabellenführung kann ihr keiner nehmen. "Die Tabelle ist ausgeschnitten. Mein Mann hat sie sich im Büro bereits aufgehängt." Ihr sei zwar klar, dass die Platzierung noch nicht aussagekräftig sei, doch "unter Favre sehe ich noch viel Positives auf uns zukommen". Mit einer Prognose tut sich die Gladbacherin indes schwer, sie glaubt aber an einen "Mittelfeldplatz, da Borussia momentan sehr stabil ist".

 
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