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Mönchengladbach
Farbiges Licht: Meisterwerke in Gladbacher Kirchen

Mönchengladbach. Der B. Kühlen Verlag hat ein Buch über Glasmalerei im Rheinland verlegt. Es zeigt, welche Schönheit moderne Kirchenfenster entfalten. Von Inge Schnettler

Georg Meistermann liebte die Fenster, die er 1986 für die Krypta des Münsters schuf. Oft hat er sie besucht, gern seinen Freunden gezeigt. Das berichtet Justinus Maria Calleen, Kunsthistoriker und echter Meistermann-Kenner. Er ist einer der Autoren in dem soeben erschienen Buch "Meisterwerke der Glasmalerei des 20. Jahrhunderts im Rheinland", herausgegeben von Iris Nestler, prachtvoll gestaltet vom Mönchengladbacher B. Kühlen Verlag. Etliche der darin vorgestellten Meisterwerke befinden sich in Mönchengladbacher Kirchen.

Und nicht nur im Münster. Auch in der Citykirche am Alten Markt, der Hauptkirche in Rheydt, der evangelischen Kirche in Großheide, in der Kirche St. Marien und der Kirche St. Franziskus, beide in Rheydt, oder auch in der Kirche St. Barbara in Mönchengladbach.

Da finden sich gläserne Kunstwerke von Joachim Klos, Hans Lünenborg, Dominikus Böhm, Tobias Kammerer, Jochem Poensgen, Thomas Kuzio und anderen. Seit den 1990er Jahren wird die Glasmalerei des 20. Jahrhunderts erforscht und von Kunsthistorikern wissenschaftlich eingeordnet. Die Glasmalerei ist eine besondere Gattung in dieser Hinsicht. Sie ist immer und in jedem Fall für die Architektur entworfen und hergestellt, von daher immer auch in diesem Zusammenhang zu sehen.

Pfarrer Klaus Hurtz (St. Marien und St. Franziskus Rheydt) ist einer der Autoren des vorliegenden Buches. Er hat sich mit dem "leuchtenden Bild" auseinandergesetzt. Er schreibt: "Es bleibt ein erstaunliches Phänomen, das durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder große Künstler ihrer Zeit sich auch dem Kirchenfenster zuwandten. Dabei dokumentieren die Kirchenfenster eine seltsame Paradoxie, sie sind aus zerbrechlichem Glas, und doch können sie große Zeiträume überdauern, ohne etwas von ihrer Strahlkraft einzubüßen."

Herausgeberin Iris Nestler fordert den Leser des Buches auf, zu den Fenstern zu reisen: "Kernaufgabe der Glasmalerei ist es, die Architektur und ihre Wirkung zu vollenden. Für den Betrachter heißt dies: reisen zu den Orten der Meisterwerke, um die Stimmung des Lichts in einem solchen Bauwerk genießen zu können."

Der gerade erschienene Band ist der erste zu diesem Thema. "Der zweite wird sich mit dem nördlichen Niederrhein befassen", sagt Verleger Norbert Neuenhofer. Und er könne sich durchaus einen dritten vorstellen. "Die Fenster in Worms, Speyer und Mainz finde ich absolut wichtig."

Quelle: RP
 
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