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Mönchengladbach
Fenstersprung fürs Selbstvertrauen

Mönchengladbach: Fenstersprung fürs Selbstvertrauen
Holger Schumacher (rechts) überwacht die Sprünge aus dem Fenster, Stephan Heintz springt. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Als Zeichen der Wertschätzung und als Herausforderung bot die VHS Teilnehmern des Zweiten Bildungsweges ein Stuntman-Training an. Von Angela Wilms-Adrians

Beim Blick von unten auf die Fensterreihe im zweiten Stock des VHS-Gebäudes dürften die Wenigsten Lust verspüren, aus dieser Höhe tollkühn hinab zu springen. Und dennoch wagten gestern etliche junge Leute den Sprung und überwanden dafür im Vertrauen auf die Gruppe beherzt Ängste - natürlich bestens vorbereitet und unter Beachtung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen. Die Stunteinlage hatte die Volkshochschule angeboten, um Teilnehmern des Zweiten Bildungsweges Mut zu machen, sich zu beweisen.

"Jeder, der den Zweiten Bildungsweg wählt, hat Gründe, warum es beim ersten Mal nicht geklappt hat. Wir wollen unseren Teilnehmern durch das Angebot unsere Wertschätzung zeigen und sie einladen, etwas Außergewöhnliches auszuprobieren. Es geht hier auch um soziale Kompetenzen im Team und die Erfahrung, wie man sich neuen Aufgaben stellt. Es geht um Selbstvertrauen und Vertrauen in die Gruppe", erklärte Corinna Peschke von der Volkshochschule.

Sie hofft, dass die Teilnehmer den beim Stunt geschöpften Mut später bei Bewerbungen im Berufsleben aktivieren können. Fachbereichsleiter Frank Füser zeigte sich ebenso von den positiven Auswirkungen überzeugt: "Entscheidend ist für mich, dass das Ganze nicht nur spektakulär ist, sondern einen ernsthaften Hintergrund hat. Auf diese Art können die jungen Erwachsenen gut mitgenommen werden", so Füser. Für die notwendigen Voraussetzungen sorgte Holger Schumacher. Der war früher Stuntman für die RTL-Fernsehserie "Alarm für Cobra 11" und arbeitet inzwischen als Risikocoach in den Bereichen Arbeitssicherheit und Personalentwicklung. "Man muss lernen, mit den Risiken umzugehen, die sich in Beruf und Privatleben immer wieder neu ergeben. Für viele ist es ein Problem, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die sie nicht kennen", erklärte Holger Schumacher, der auf den Lerneffekt durch Selbstüberwindung und Vertrauen setzt.

Von den beiden Gruppen mit insgesamt 18 Teilnehmern zwischen 18 bis 30 Jahren war er sehr angetan. Mit seiner Hilfe war zunächst aus Paletten eine Rampe gebaut worden, befahrbar für ein Auto. Die teambildende Übung namens "Säureteich" setzte auf die Vorstellungskraft der Probanden, die mit vier Platten einen imaginären Säureteich überwinden mussten. Dazu gab es reichlich Diskussionen und viel Gelächter.

Besagter Sprung war dann der Höhepunkt. Auf der Wiese wurde die Sprungtechnik geübt, um zum Beispiel Nackenverstauchungen zu vermeiden. Die Gruppe blies große Kissen auf, um den Sprung aus dem ersten Stock der Volkshochschule abzufedern. Ganz Mutige setzten bei der Sprunghöhe noch eine Etage mehr obendrauf.

Hamidou Balde, ein ruhiger junger Mann, zeigte sich überzeugt, auch in Zukunft durchaus von dem Erlebnis profitieren zu können. Der 29-Jährige lobte die Umsicht des Stuntmans und die Möglichkeit, auch selbst Entscheidungen treffen zu können.

Quelle: RP
 
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