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Mönchengladbach
Feste Regeln in der Gruppe

Mönchengladbach. Die Heilpädagogischen Tagesgruppen Hephata feierten 20-jähriges Bestehen. Von Simone Krakau

Kinder mit Erziehungsschwierigkeiten, Wahrnehmungs- oder Entwicklungsverzögerungen würden in ihrer Schule und ihrem Umfeld oftmals nicht akzeptiert, sagt Dieter Köllner, Geschäftsleitung der Hephata-Jugendhilfe. Um den jungen Menschen und auch ihren Familien unterstützend unter die Arme zu greifen, wurden vor 20 Jahren die Heilpädagogischen Tagesgruppen gegründet. Nach der Schule bekommen die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren hier etwas zu essen, die Hausaufgaben werden zusammen gemacht, danach wird miteinander gespielt. In den Tagesgruppen gibt es Regeln, an die sich die Kinder zu halten haben. Regeln, die sie aus ihrem Familienleben vielleicht nicht kennen oder nicht befolgen möchten. Deshalb spiele auch die Familienarbeit eine große Rolle: "Wir besuchen die Familien regelmäßig zuhause. Dort versuchen wir, vor Ort zu helfen, um somit den Alltag der Familie und des Kindes einfacher zu gestalten."

Auch Tobias Reichbach und sein Vater Markus sind zur Jubiläumsfeier auf dem Hephata-Gelände erschienen. Im Alter von zehn Jahren wurde der heute 17-jährige in der Tagesgruppe aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt besuchte er die LVR-Förderschule in Krefeld. Sein Verhalten war herausfordernd, er benötigte eine enge Begleitung im Alltag sowie ein strukturiertes Umfeld. "Anfangs hatte ich ehrlich gesagt überhaupt keine Lust", erinnert sich Tobias. Auch seine Eltern hatten zunächst Bedenken und waren sich nicht sicher, ob die Tagesgruppe der richtige Schritt sei. Doch die Bedenken lösten sich schnell in Luft auf - bei den Eltern wie auch bei ihm. Denn schon nach kurzer Zeit lebte er sich ein, fühlte sich in der Tagesgruppe wohl: "Am Ende wollte ich gar nicht mehr weg von hier."

Aber so gut wie es ihm jetzt geht, ging es ihm leider nicht immer. 2011 wurde bei Tobias Krebs diagnostiziert. Ein Schock für ihn und seine Familie. Die Tagesgruppe konnte er erst einmal nicht mehr besuchen - doch der Kontakt brach nicht ab. "Die Mitarbeiter haben uns durchgehend unterstützt", sagt Markus Reichbach. "Sie haben Tobias besucht und ihm das Gefühl gegeben, dass er unbedingt zurückkommen muss. Das hat uns ein gutes Gefühl gegeben und motiviert." Nun geht es Tobias gesundheitlich wieder gut. Er hat sich zu einem positiven Jugendlichen entwickelt, das Verhältnis zu seinem Vater ist hervorragend. Mittlerweile arbeitet Tobias in den Hephata-Werkstätten und bereitet sich dort auf das Berufsleben vor. Er und seine Familie schauen von nun an positiv in die Zukunft. Einen Wunsch hat Tobias aber noch: "Ich hoffe, ich finde bald einen tollen Job, der mir Spaß macht."

Quelle: RP
 
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