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Mönchengladbach
Feuerwehr-Report: Das Jahr der Bomben

Mönchengladbach: Feuerwehr-Report: Das Jahr der Bomben
Nach einem Feuer stürzte das Dach des JHQ-Hospitals ein. FOTO: Feuerwehr
Mönchengladbach. Nach Bombenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr bei drei Großeinsätzen Gebiete mit mehr als 7000 Menschen evakuieren. Insgesamt gab es 44.957 Einsätze, darunter 440 Brände. Von Gabi Peters

Der Bombenfund am 3. März vergangenen Jahres mitten in der Innenstadt von Mönchengladbach setzte eine ganze Maschinerie in Gang: Bevor der alarmierte Kampfmittelräumdienst die 500-Kilogramm-Bombe entschärfte, mussten etwa 5200 Menschen ihre Wohnungen verlassen, Altenheime und Pflegestationen evakuiert werden. "Das war ein ungeheurer Aufwand", sagt Feuerwehrchef Jörg Lampe im Rückblick. 15 Fahrzeuge mit Warndurchsagen fuhren zwei Stunden lang durch das gefährdete Gebiet. Etwa 300 Mitarbeiter aus verschiedenen Fachgebieten waren im Einsatz.

Einen guten Monat später gab es den zweiten Bombenfund des Jahres. Bei Baumaßnahmen am Geistenbecker Feld stießen Arbeiter ebenfalls auf eine 500-Kilo-Bombe. Wieder musste evakuiert werden. Diesmal waren rund 1000 Menschen betroffen.

Diese 500-Kilo-Bombe wurde an der Martinstraße gefunden. FOTO: Schellhammer

Am 2. Dezember gab es dann den dritten Großeinsatz wegen einer Weltkriegsbombe. Fundort war dieses Mal die Heinrich-Pesch-Straße. Und schon wieder musste dafür gesorgt werden, dass 1000 Mönchengladbacher ihre Wohnungen verlassen. "Vom Führungsdienst traf es immer dieselbe Crew", berichtet Lampe. 2015 wurden noch weitere Bomben gefunden, wie zum Anfang August im JHQ oder wenig später im Regiopark. Doch diese Einsätze waren weniger spektakulär. Alle Bomben konnten erfolgreich entschärft werden. 44.957 Einsätze wurden bei der Feuerwehr im Jahr 2015 insgesamt registriert, darunter 440 Brände (davon zwei Großbrände) mit 32 Verletzten.

Als die Feuerwehr am 14. Februar an der Bozener Straße eintraf, stand eine Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in Flammen. Die beiden Bewohner wurden schwer verletzt, hatten Verbrennungen und Ruchvergiftungen erlitten.

Im Geistenbecker Feld lag diese Weltkriegsbombe. FOTO: Schellhammer

Am 10. Mai hatten gleich mehrere Anrufer bei der Feuerwehr eine strake Rauchentwicklung im JHQ gemeldet. Der Dachstuhl des ehemaligen Hospitalgebäudes brannte auf einer Länge von 50 Metern in voller Ausdehnung. Wegen der schlechten Wasserversorgung in dem Gebiet, musste die Feuerwehr eine aufwändige Versorgung über den See an der Holtmühle aufbauen. Dafür wurden 54 Schläuche verlegt. Trotzdem brannte das Dach später über eine Länge von 100 Metern und stürzte schließlich teilweise ein.

Am 24. September meldeten mehrere Anwohner der Neusser Straße gegen 20.50 Uhr ein Feuer. Im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses brannten zwei Zimmer komplett aus. Zwei Menschen wurden schwer verletzt. Eine Person musste mit Brandverletzungen in eine Spezialklinik nach Duisburg transportiert werden.

Das ist der Fund von der Heinrich-Pesch-Straße. FOTO: Titz

In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober zündete ein Unbekannter auf einem Reiterhof in Günhoven ein Strohlager an. Die Feuerwehr befreiten 13 Pferde aus einem nahegelgenen Stall. Mehrere Tiere wurden durch die enorme Hitze und den Rauch verletzt. Ein Pferd musste eingeschläfert werden. Nach der Nachricht von dem Brand gab es eine große Hilfswelle, um die Tierarztkosten für die verletzten Pferde stemmen zu können.

Quelle: RP
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