| 18.17 Uhr

Mönchengladbach
Feuerwehr zu Gasunfall: "Keine Einsatz-Fehler"

Gasunfall in Güdderath - Bilder vom Unglücksort
Gasunfall in Güdderath - Bilder vom Unglücksort FOTO: RP, Günter Jungmann
Mönchengladbach. Wie konnte das Kohlendioxid aus dem Lackdepot in Güdderath entweichen? Die Frage bleibt auch fünf Tage nach dem folgenschweren Unfall mit 107 Verletzten unbeantwortet. Von Gabi Peters

Die Tatsache, dass die Löschanlage bei der Firma Dyrup in Güdderath bei einer ersten Überprüfung keine Mängel aufwies, ließ zunächst vermuten, dass "menschliches Versagen" zu der Beinahe-Katastrophe führte. Mittlerweile liegen aber die Aussagen der Feuerwehrleute vor, die als Erste am Einsatzort waren. Und sie erklärten, dass bereits Kohlendioxid aus dem Gebäude ausgetreten sei, bevor es betreten wurde. "Vielleicht hat die Anlage doch nicht ordnungsgemäß funktioniert", sagte Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff gestern.

Akustisches und optisches Signal

Bei der Mönchengladbacher Feuerwehr wird das Großschadensereignis zurzeit schriftlich dokumentiert. Die Brandbekämpfer waren am vergangenen Samstag über die Feuermeldeanlage des Lack-Lagers Dyrup alarmiert worden. Wie jetzt bekannt wurde, hatten sich Holzspäne in Verbindung mit einer Öllasur selbst entzündet. Die Löschanlage sprang an und gab Kohlendioxid frei. "In solchen Fällen ertönen akustische und optische Signale.

Nach 20 bis 30 Sekunden schließen sich alle Türen und Öffnungen hermetisch ab", erklärte Feuerwehrchef Jörg Lampe. "Weil die Hupe vom Löschmittel angetrieben wird, ertönt sie so lange, wie Gas austritt." Seine Mannschaft wisse, was in solchen Fällen zu tun sei. "Sie kennen den Plan des Objektes und die Abläufe bei solchen Einsätzen", sagte Lampe. "Ich sehe keine einsatztaktischen Fehler."

Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff glaubt, dass die Ursache des Unglücks frühestens in der kommenden Woche geklärt werden kann. Denn nun seien arbeits- und zeitaufwändige Detailuntersuchungen an der Löschanlage und vor allem an der automatischen Abriegelung nötig. Beauftragt mit dieser Aufgabe wurde ein Gutachter.

Quelle: RP
 
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