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Mönchengladbach
Feuerwehrleute am Limit

Mönchengladbach: Feuerwehrleute am Limit
An der ersten Station des Wettkampfes mussten die Feuerwehrleute in voller Ausrüstung B-Schläuche über 80 Meter ziehen. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Beim Wettbewerb "Toughest Firefighter Alive" suchten rund 250 Brandbekämpfer aus neun Ländern den härtesten Feuerwehrmann der Welt. An vier Stationen wurden sie bis an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit getrieben. Von Christian Lingen

Sie sind die Stärksten ihrer Zunft. Schweiß, der in Bächen vom Kopf rinnt, am Boden liegende Körper, die vor Erschöpfung nach Luft ringen, und Momente, in denen eine Ohnmacht droht, machen ihnen nichts aus. Die rund 250 Brandbekämpfer aus neun Nationen, die nach Rheydt gekommen waren, suchten in der Einzelwertung und im Staffelwettbewerb die härtesten Feuerwehrleute der Welt. Am Ende ging der Sieg wieder einmal an die favorisierten Tschechen. Petr Moles schaffte die vier Stationen, die den Teilnehmern alles abverlangten, in 5,54 Minuten. Den Staffelwettbewerb gewann das Team Tschechien vor Polen und einem Team aus Göttingen. Rund 6000 Zuschauer waren an zwei Tagen gekommen, um das Spektakel mitzuerleben.

"Der Toughest Firefighter Alive (TFA) findet jetzt zum 19. Mal statt. Das ist auch immer die Europameisterschaft der Feuerwehren", sagt Claudia Consoir-Taube. Ihr verstorbener Ehemann Armin Taube hatte den Wettbewerb einst erfunden. Seine Frau und die Mönchengladbacher Feuerwehr setzen ihn fort. Durch den Mönchengladbacher Wettbewerb ist ein weltweiter Sport entstanden. Zwar schnitten die Mönchengladbacher Kameraden nicht gerade gut ab, Florian Schröder landete als bester Mönchengladbacher auf Platz 51, doch stolz ist man trotzdem. 17 der 21 Mönchengladbacher Feuerwehrsportler sind nämlich Anwärter, die gerade ihren Lehrgang absolvieren. Den knallharten Sport betreiben sie ganz nebenbei. Weil Florian Schröder einer von ihnen ist, war der 51. Platz für den ersten Start ohne großartiges Training dann doch nicht so schlecht.

Vier Stationen, die dem echten Einsatzgeschehen nachempfunden waren, trieben die Starter bis an die Grenze ihrer körperlichen Belastbarkeit. Neben Kraft mussten die Feuerwehrsportler Willensstärke beweisen. Nur so kann der Parcours bewältigt werden. Los ging es mit dem Ziehen zweier B-Schläuche über eine Strecke von 80 Metern. Danach mussten zwei weitere Schläuche aufgerollt und in Kisten verpackt werden. An der zweiten Station schlugen die Feuerwehrleute zuerst mit einem Hammer auf ein Gewicht ein, trugen danach eine 80 Kilogramm schwere Puppe über 140 Meter, krabbelten anschließend mit einem Kanister durch ein Betonrohr und erklommen eine Wand.

An der zweiten Station wurde ein Gewicht bearbeitet. Danach musste eine 80 Kilogramm schwere Puppe 140 Meter weit getragen werden. FOTO: Raupold Isabella

Das schafften längst nicht alle Starter. Dafür gab es Strafpunkte. An der dritten Station musste zuerst eine Leiter aufgebaut werden. Danach galt es, zwei 15 Kilogramm schwere Kanister zwei Stockwerke hochzutragen, zwei Schläuche an einer Leine hochzuziehen und wieder runterzulaufen. Den Abschluss bildete die Königsdisziplin: In voller Ausrüstung 300 Treppenstufen, verteilt auf 15 Stockwerke, hinauf sprinten. Danach ging bei den Feuerwehrleuten erst einmal gar nichts mehr.

Im Rahmenprogramm des TFA gab es eine Ausstellung mit historischen Feuerwehr-Fahrzeugen, ein Familienfest mit Hüpfburg und Grill, und einen Kinder-TFA. Dort konnten die kleinen Besucher spielerisch ähnliche Aufgaben absolvieren wie die großen Florianer. Dafür bekamen sie Urkunden. In drei Jahren wird die Mönchengladbacher Feuerwehr bei der Messe Interschutz in Hannover die Weltmeisterschaft im TFA ausrichten.

Quelle: RP
 
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