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Mönchengladbach
Feuerwehrmann Müller: Nur die Ehe ist ihm wichtiger

Mönchengladbach. Einmal im Jahr treffen sich die altgedienten Feuerwehrleute aus der Stadt zu einem Wiedersehensnachmittag. Von Angela Rietdorf

Lebhaftes Stimmengewirr erfüllt die Burggrafenhalle in Odenkirchen an diesem Nachmittag. Die vor der Tür der Halle stehenden Feuerwehrwagen geben schon einen Hinweis auf die Gruppe, die sich hier versammelt hat. Die Ehrenabteilung der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr trifft sich zum Gespräch und zur Ehrung verdienter Mitglieder. Mit von der Partie ist Feuerwehrchef Jörg Lampe.

Er ehrt Gladbachs ältesten Feuerwehrmann Willi Braisch, der seit sagenhaften 70 Jahren dabei ist, seitdem er 60 Jahre alt ist natürlich in der Ehrenabteilung. Auch Herbert Müller ist seit vielen Jahrzehnten bei der Feuerwehr Mönchengladbach. Genauer gesagt begann er am 1. Februar 1967 als Feuerwehrmann-Anwärter. "Es war die beste Entscheidung meines Lebens", sagt der 72-jährige. Nur seine Ehe sei ihm noch wichtiger. Er hat sich durch viele Stufen des Feuerwehrdienstes gearbeitet, ist Brandinspektor geworden und Sachgebietsleiter für die Freiwillige Feuerwehr.

Aber er kann sich immer noch an seinen allerersten Einsatz erinnern. "Da haben wir zwei Kinder aus einem verqualmten Haus gerettet", erzählt er. "Sie hatten sich versteckt, wir haben die Betten abgetastet und sie schließlich gefunden." So etwas prägt sich ein. Genau deswegen wird man Feuerwehrmann: "Um anderen Menschen helfen zu können", erklärt Herbert Müller seine Motivation. Aber der Beruf hat noch mehr positive Seiten. Die Kameradschaft unter den Feuerwehrmännern ist groß. Beim 24-Stunden-Dienst habe man auch immer viel Spaß gehabt. "Und man kann alles lernen, was man will", sagt der Pensionär, der noch immer in der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes Broich ist.

Denn die Feuerwehrleute bringen im Allgemeinen eine Handwerksausbildung mit. Wer also Interesse hat, kann sich von den Kameraden vieles beibringen lassen. Oder auf deren Fähigkeiten zurückgreifen. "Wenn ich einen Schreiner oder Maler brauche, weiß ich, wen ich fragen muss", sagt Herbert Müller.

Aber nicht nur handwerkliche Begabung ist gefragt, auch sportlich hat der Feuerwehrmann zu sein. "Die körperliche Fitness muss da sein und wir haben im Dienst eigentlich täglich Sport getrieben", sagt Müller. Ein Kamerad müsse schließlich den anderen im Notfall retten können. An der Sportprüfung scheitern übrigens die meisten Bewerber, 60 bis 70 Prozent fallen durch. Aber die Feuerwehr in Mönchengladbach hat noch kein Nachwuchsproblem. Über Kinder- und Jugendfeuerwehr versucht man recht erfolgreich, die Jüngeren für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu begeistern. "Und wenn einer früh in der Kinderfeuerwehr anfängt, bringt er es vielleicht auch noch auf 70 Jahre bei der Feuerwehr", sagt Jörg Lampe. Die Ehrung erfolgt dann im Jahr 2085.

Quelle: RP
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