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Mönchengladbach
Flüchtlinge im TiN: Wenkbülle droht Konkurs

Flüchtlinge im TiN in Mönchengladbach: Wenkbülle droht Konkurs
Weil das Foyer des Theaters im Nordpark mit Flüchtlingen belegt ist und deren Unterbringung künftig auf die Halle hinter dem Foyer ausgedehnt werden könnte, verhandeln die Wenkbülle über eine Nutzung des Event-Hangars. Dort könnten künftig die Veranstaltungen stattfinden, darunter die Seelöwe-Sitzung mit 1000 Besuchern. FOTO: Ilgner/ Knappe/ KN
Mönchengladbach. Können die Karnevalssitzungen im Event Hangar stattfinden?Die Verhandlungen laufen. Von Christian Lingen

Vor drei Monaten wandte sich die Karnevalsgesellschaft Wenkbülle in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister, den Rat, die Bezirksfraktionen und den MKV. Seit damals ist nichts passiert. Deshalb zog die KG Wenkbülle nun die Reißleine. Künftig werde man die Veranstaltungen, darunter die beliebte Seelöwesitzung mit 1000 Besuchern, an anderer Stelle feiern. Derzeit laufen Verhandlungen mit den Betreibern des Event-Hangars. "Sie sind sehr weit gediehen", sagt Michael Körffer, zweiter Vorsitzender der Wenkbülle. Das Problem ist das Geld. Ohne einen Sponsor oder ein Entgegenkommen des Betreibers wird es für die Wenkbülle schwer. Alternativ verhandele man mit der PPG über ein Festzelt auf dem Messegelände. Das Problem dort: die Heimspiele der Borussia. Weil die Wenkbülle bereits Verträge mit Künstlern in Höhe von 50 000 Euro abgeschlossen haben, bliebe als letzter Ausweg nur der Konkurs.

"Auf unseren Brief haben wir lediglich eine Antwort von Sozialdezernentin Dörte Schall erhalten, die aber sehr allgemein und nicht konkret war", sagt Michael Körffer. Weil die Politik darüber nachdenkt, nicht mehr nur das Foyer des TiN, sondern auch die Halle dahinter mit Flüchtlingen zu belegen, sahen sich die Karnevalisten gezwungen, zu handeln. "Wir hatten vorgeschlagen, dass die Flüchtlinge im Foyer bleiben können und wir den Zugang zu unseren Veranstaltungen in der Halle über einen Seiteneingang gestalten", sagt Körffer. Darauf habe man bei der Verwaltung nicht reagiert. "Wir suchen nun händeringend nach einer Alternative", erklärt Körffer. Gespräche mit der Kaiser-Friedrich-Halle und dem Kunstwerk seien gescheitert. Beide sind in der Session ausgebucht. Das Monforts-Quartier sei zu klein.

Obwohl die Wenkbülle vor großen Schwierigkeiten stehen, ist Michael Körffer zuversichtlich. "Wir werden alles versuchen, um unsere Veranstaltungen nicht sterben zu lassen", sagt er. Zwar liege der Event-Hangar etwas abseits und nicht im Bereich der Innenstadt, doch sehe man dieses Problem als das geringste. Auch gegen die Veranstaltungen im TiN gab es in der Session Bedenken. Am Ende klappte alles besser als gedacht. Da die Gespräche mit dem Betreiber des Hangars weit gediehen seien, ist man bei den Wenkbülle nicht resigniert. "Wir werden einen Weg finden. Vielleicht können wir in ein oder zwei Wochen die Vertragsunterzeichnung melden", sagt Körffer.

Verträge unterschrieben haben die Wenkbülle bereits mit den Künstlern. "Im Karneval muss man zwei Jahre im Voraus die Künstler buchen. Wir haben Verpflichtungen von rund 50 000 Euro. Sollten die Veranstaltungen nicht stattfinden, müssen wir trotzdem 80 Prozent bezahlen. Wenn es dazu kommt, müssen wir Konkurs anmelden", sagt Michael Körffer. Auf der Mitgliederversammlung der Wenkbülle habe man diese Strategie bereits beschlossen. Finanziell ist der zwangsläufige Umzug doppelt ärgerlich. Für viel Geld hatten die Wenkbülle vor der vergangenen Session 1000 Stühle und neue Dekoration angeschafft. Die Investition war nur schwer zu stämmen. Ein Umzug in den Hangar wäre nun noch einmal mit höheren Kosten verbunden.

Eine Zukunft im TiN schließen die Wenkbülle nahezu aus. "Unser letzter Stand ist, dass mindestens 100 weitere Flüchtlinge ins TiN ziehen werden", so Körffer.

Quelle: RP
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