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Mönchengladbach
Baustart für Flüchtlingshäuser im Nordpark

Flüchtlinge in Mönchengladbach: Baustart für Häuser im Nordpark
Diese Animation zeigt, wie in etwa die Wohncontainer im Nordpark und auf der Krall'schen Wiese aussehen werden. FOTO: Neptunus
Mönchengladbach. 400 Asylsuchende sollen auf dem Parkplatz 8 im Nordpark eine Heimat auf Zeit finden. Auf der Krall'schen Wiese am Volksgarten entsteht eine zweite Anlage. Wegen des Unwetters kippte gestern ein Zelt um, in dem Flüchtlinge leben. Von Inge Schnettler und Ralf Jüngermann

Wie dringend nötig die Stadt neue Unterbringungsplätze für Flüchtlinge braucht, wurde gestern Abend einmal mehr deutlich. Beim Unwetter kippte eines der Zelte um, in dem in Neuwerk neben der Krahnendonkhalle derzeit Asylbewerber untergebracht sind. Zehn mussten von der Feuerwehr zeitweilig evakuiert werden, konnten aber noch am Abend in das Großzelt zurückkehren. Der zuständige Dezernent Dr. Gert Fischer erklärte gestern im Hauptausschuss: "Wir haben aktuell 100 Menschen in Turnhallen, 200 in Zelten und 80 in einem ehemaligen Aldi-Markt. Das sind knapp 400 Menschen, die nicht angemessen untergebracht sind", so Fischer.

Das soll sich so schnell wie möglich ändern. Gestern früh gingen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Parkplatz 8 im Nordpark los. Auf dieser bisher wenig genutzten, 8000 Quadratmeter großen Schotterfläche zwischen Hockey-Stadion und Lilienthalstraße werden schon ab Ende der Woche Wohncontainer aufgestellt, die 400 Flüchtlingen eine vorübergehende Heimstatt bieten werden. Diese entstehen in Sichtweite zum ehemaligen TiN (Theater im Nordpark), in dem derzeit 261 Flüchtlinge untergebracht sind.

"Bei den Containern handelt es sich um zwei modern ausgestattete Modulbauten, mit deren Errichtung unmittelbar nach Abschluss der Tiefbauarbeiten begonnen werden soll", teilte Stadtsprecher Wolfgang Speen gestern mit. "Die Fertigstellung ist auf Anfang November terminiert." Die Leichtbaukörper stammen aus den Niederlanden. Sie enthalten Zimmer für je vier bis acht Flüchtlinge. Zusätzlich lässt die Stadt auf dem Areal eine 600 Quadratmeter große Halle als Aufenthaltsraum errichten. Die neuen Wohncontainer und auch das TiN hat die Stadt der Bezirksregierung als Notunterkunft für Flüchtlinge des Landes angeboten.

Inzwischen ist auch klar, an welcher Stelle der zweite Standort für eine ähnliche Wohncontainer-Anlage für 400 Asylsuchende sein wird. Dafür ist die Krall'sche Wiese am Volksgarten vorgesehen. "Hier entsteht bis Ende November eine baugleiche Anlage", sagt Wolfgang Speen. Die Containerbauten im Nordpark und am Volksgarten kosten rund sieben Millionen Euro.

Während im JHQ daran gearbeitet wird, dass noch in diesem Jahr die ersten Flüchtlinge einziehen können, kommen andere Immobilien in der Stadt nicht in Betracht. Für das ehemalige Kreiswehrersatzamt hat der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), andere Pläne. Das berichtete gestern Abend Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners dem Hauptausschuss. Auf die Frage von Karl Sasserath (Grüne), ob die Verwaltung geprüft habe, Haus Westland zu kaufen oder dort zwangsweise Flüchtlinge unterzubringen, antwortete Fischer: "Wir denken permanent auch über solche Lösungen nach. Aber sie dauern aktuell viel zu lange. Wir stehen kurz vorm Winter und brauchen jetzt schnelle Lösungen."

Quelle: RP
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