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Mönchengladbach
Flüchtlinge: Leerstand im Nordpark

Mönchengladbach: Flüchtlinge: Leerstand im Nordpark
Für 400 Menschen wurden die Leichtbauhallen im Nordpark errichtet und an das Land vermietet. Sie stehen weitgehend leer. Auch das TiN mit insgesamt 300 Plätzen wird von der Bezirksregierung kaum genutzt. FOTO: HPR
Mönchengladbach. Insgesamt 700 Plätze wurden im Nordpark geschaffen - 300 im TiN und 400 in den Leichtbau-Hallen. Nur 170 davon nutzt die zuständige Bezirksregierung Arnsberg derzeit. Dennoch: Die Stadt profitiert von der Vermietung ans Land. Von Inge Schnettler

Im Nordpark leben derzeit 170 Flüchtlinge. Das bedeutet - 530 Plätze sind nicht belegt. Das TiN fasst 300 Personen, die neuen Container, die erst im letzten November für mehr als drei Millionen Euro errichtet wurden, bieten Platz für 400 Menschen. Beide Notunterkünfte hat die Stadt an das Land Nordrhein-Westfalen vermietet. Die Bezirksregierung Düsseldorf kann allerdings nicht sagen, in welcher der beiden Unterkünfte die Flüchtlinge wohnen. "Die Container und das TiN werden hier gemeinsam als eine Landesunterkunft geführt", heißt es auf Nachfrage. Stefanie Klockhaus von der Pressestelle sagt: "Die Zuweisungen erfolgen zentral durch die Bezirksregierung Arnsberg. Möglicherweise sind die Kapazitäten in anderen Einrichtungen derzeit ausreichend, so dass die Notunterkünfte im Nordpark nicht in Anspruch genommen werden müssen, um die aktuell ankommenden Flüchtlinge unterzubringen. Eine Quarantäne oder andere Gründe für einen Zuweisungsstopp gibt es aktuell nicht."

Bei der Stadt gibt es keinerlei Auskünfte über die Belegung oder Nichtbelegung der sogenannten Landesunterkünfte, in denen insgesamt 1140 Platze für Flüchtlinge bereitgehalten werden. "Es besteht kein Austausch mit den Bezirksregierungen Düsseldorf und Arnsberg", sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. "Wir haben nur die Zahl der Flüchtlinge, die wir kommunal unterbringen. Und das sind derzeit 2900 Menschen." Die Leichtbauhallen, die am Gathersweg in Neuwerk für 280 Flüchtlinge errichtet wurden, stehen zur Hälfte leer. Stattdessen sind immer noch drei Turnhallen - Regentenstraße, Wilhelm-Strauß-Straße und am Torfbend - von Flüchtlingen bewohnt.

Der für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständige Dezernent Gert Fischer ist es wahrscheinlich inzwischen leid, immer wieder zu erklären, dass manche Einrichtungen leer stehen, dafür aber Turnhallen weiterhin als Notunterkünfte genutzt werden. Und dann auch noch verständlich zu machen, warum es einen Unterschied gibt zwischen den Landesflüchlingen und denen, die der Stadt zugewiesen wurden, ist auch nicht gerade leicht. Fischer betont immer wieder, dass durch die Bereitstellung der 700 Plätze im Nordpark an das Land die Stadt tatsächlich Vorteile hat. Das Land habe sich verpflichtet, der Stadt die 700 Flüchtlinge, die sie hätte nehmen müssen, nicht zu schicken. Der Vorteil liege auf der Hand: Für die Dauer der Verabredung mit dem Land bleiben der Stadt die mit 700 Flüchtlingen verbundenen Kosten und Arbeit erspart. Und die Stadt kassiert die Miete vom Land.

"Die Situation ist nach wie vor angespannt", sagt Wolfgang Speen. Man versuche, Familien und unbegleitete Kinder und Jugendliche in den Hotels, die die Stadt angemietet hat, unterzubringen. Eine Prognose, wie sich die Flüchtlingszahlen zukünftig entwickeln werden, gibt es nicht.

Quelle: RP
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