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Mönchengladbach
Flüchtlinge und Nachbarn feiern gemeinsam

Mönchengladbach. In der Unterkunft im Luisental gab es gestern Kuchen und viele Spielangebote für die Kinder. Von Christian Lingen

Die Gäste, die aus den Baracken im Luisental kommen, sind betroffen. "Da sieht es furchtbar aus. Das ist beklemmend", sagt einer. Für die 160 Flüchtlinge, die in der Unterkunft leben, sind diese Zustände Alltag. Und sie haben noch dazu mit anderen Problemen zu kämpfen. Es gab schon eine Demonstration gegen die Unterkunft und es kommt regelmäßig zu Bränden. Der Volksverein, die Steyler-Missionsschwestern und der SKM-Rheydt haben nun die Initiative ergriffen. Sie feierten zusammen mit den Flüchtlingen und einigen Bürgern ein Nachbarschaftsfest.

"Wir wollten es einmal umdrehen. Oft erwartet man, dass die Menschen aus den Unterkünften kommen. Wir gehen jetzt einmal in eine solche hinein", sagt Wilfried Reiners. Für ihn sind die Flüchtlinge längst normale Nachbarn geworden. Der Volksverein, in dem er Geschäftsführer ist, hat an derselben Straße seinen Sitz. Das Haus ist nur wenige Meter entfernt. "Sieben Frauen aus der Unterkunft haben in unserer Küche Kuchen für das Fest gebacken", erzählt Reiners. Ihm ist es wichtig, nicht immer nur von Integration zu reden, sondern sie zu praktizieren. Sein Wunsch ist es, dass die Flüchtlinge Arbeitsplätze finden. Doch arbeiten dürfen sie nicht.

Für die vielen Kinder, die in der Unterkunft leben, gab es jede Menge Spielaktionen. Vom Dosenwerfen, über Seilchenspringen und Basteln bis hin zum Schminken war alles dabei. Einige hatten auch Trommeln dabei und machten Musik wie in ihren Heimatländern. Dazu griffen sie mutig zum Mikrofon und sangen.

"Wir müssen auf die Menschen zugehen und sie im wahrsten Sinne dort abholen, wo sie sind", sagt Markus Offermann vom SKM-Rheydt. Solche Nachbarschaftsfeste seien ein Anfang, um Brücken zwischen den Flüchtlingen und den Bürgern zu bauen. Wilfried Reiners hofft, dass solche Feste auch in anderen Unterkünften stattfinden. Sie könnten dazu beitragen, das Konfliktpotenzial abzubauen. Denn Probleme verschiedener Art bergen die Unterkünfte immer wieder.

Quelle: RP
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