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Mönchengladbach
Flüchtlingsgeschichten auf der Bühne

Mönchengladbach: Flüchtlingsgeschichten auf der Bühne
Franz-Josef Unland, Hildegard van de Braak, Markus Offermann und Hans Peter Steffens (v.l.). FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Bei dem Theaterstück "Asyldialoge" im TIG schildern die Schauspieler authentische Erlebnisse von Flüchtlingen. Von Marion Lisken-Pruss

Als Franz-Josef Unland zum ersten Mal von der Berliner Bühne für Menschenrechte (BFM) und ihrem Theaterprojekt "Asyldialoge" hörte, war der Leiter des katholischen Forums für Erwachsenen- und Familienbildung so eingenommen von dem Konzept, dass er umgehend in die Bundeshauptstadt reiste. Mit dem Ergebnis, dass er die BFM für einen Auftritt am 13. September im TIG Theater in Mönchengladbach gewinnen konnte.

Worum es dabei geht? Die BFM ist ein nationales Netzwerk aus rund 150 professionellen Schauspielern und Musikern, die auf aktuelle Menschenrechtsfragen aufmerksam machen. In den "Asyldialogen" bieten sie Flüchtlingen insofern eine Bühne, als sie die authentischen Lebensgeschichten von Geflüchteten in ihren Theateraufführungen nacherzählen.

Dafür haben die Schauspieler um Regisseur Michael Ruf Flüchtlinge interviewt und die Gesprächsprotokolle zwar gekürzt, aber ohne sprachliche Veränderungen dokumentarisch und wortgetreu auf die Bühne gebracht. Die Aufführung in Berlin hat Franz-Josef Unlands Erwartungen jedenfalls erfüllt - weil sie ihn sehr berührt und sein Mitgefühl geweckt hat. "Mitgefühl sowie Empathie sind für mich wichtige Voraussetzungen für eine gelungene Integration", betont er. Dabei unterscheidet er zwischen Mitleid und Mitgefühl. Erst letzteres ermögliche uns, den geflüchteten Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, sagt er. Denn das Mitgefühl lasse es zu, sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen und eine Beziehung zwischen Gleichen aufzubauen.

Und so erwarten Franz-Josef Unland ebenso wie Hildegard van de Braak vom regionalen Caritasverband und Markus Offermann vom katholischen Verein für soziale Dienste in Rheydt (SKM) von diesem Theaterprojekt, dass es die Zuschauer für die Situation geflüchteter Menschen weiter sensibilisiert. "Dieses Theaterstück fordert von den Zuschauern eine Reaktion", ist sich Fanz-Josef Unland sicher und hofft, einige von ihnen für die Flüchtlingshilfe gewinnen zu können. "Die perspektivische Fragestellung des Abends ist, wie Integration gelingen kann", sagt Markus Offermann.

Auch für ihn steht die Empathie im Vordergrund: "Erst wenn uns eine Geschichte bewegt, öffnen wir uns", sagt er. Hildegard van de Braak setzt auch auf den Inhalt: "Viele der Flüchtlinge werden hierbleiben. Um sie zu verstehen, müssen wir ihre Lebensgeschichte kennen. Denn die bleibt untrennbar mit ihnen verbunden und erklärt manches, was uns vielleicht fremd vorkommt", sagt sie. Im Anschluss an die Aufführung werden Flüchtlinge im TIG Theater für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Die Aufführung findet statt am 13. September 2016 im TIG Theater, Eickener Straße 88 in Mönchengladbach. Einlass ist ab 18:30 Uhr. Kartenreservierung unter www.forum-mg-hs.de oder unter 02161-980644. Finanziell unterstützt wird die Aufführung durch das Bistum Aachen.

Quelle: RP
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