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Mönchengladbach
Flüchtlingswagen im Künstler-Atelier

Mönchengladbach: Flüchtlingswagen im Künstler-Atelier
Große Formate wählten Rainer Käsmacher, Gregor Wosik und Julien A. Kempkens (v.l.) für ihre Kunst-Installationen in Wosiks Rheydter Atelier "Klassiko". r FOTO: Ilgne
Mönchengladbach. "Gib dem Frieden eine Chance" heißt eine Rauminstallation im Atelier Klassiko an der Schlossstraße in Rheydt. Licht- und Toneffekte sowie die kubanische Sängerin Yanneris Sewer begleiten heute die theatrale Uraufführung. Von Armin Kaumanns

Früher stapelten sich hier Fahrräder, jetzt ist die Lagerhalle an der Schlossstraße 319 ein Raum für eine großformatige Kunstaktion. Das "Atelier Klassiko" des 3D-Illusionsmalers Gregor Wosik wird am Samstag um 17 Uhr zum Sehnsuchtsort für eine bessere Welt, in der eben nicht Bomben und Granaten Häuser zerstören, Menschen töten, verstümmeln und vertreiben, sondern wo Frieden, Freude, Wasserplätschern und Vogelgezwitscher in einer sonnendurchfluteten Natur ganz nahe scheinen. "Gib dem Frieden eine Chance" - Wosik hat sein Atelier komplett diesem Projekt gewidmet, das am Samstag um 17 Uhr eine Art theatrale Uraufführung erleben wird. Und er verwirklicht es zusammen mit seinen alten Freunden Rainer Käsmacher und Julien A. Kempkens, mit denen er, gemeinsam mit anderen, 2009 die Künstlergruppe "Der Blaue Rheydter" gründete.

Vor zwei Jahren haben die drei, die sich zu diesem Anlass "Art'rois" nennen, die Idee geboren. Da gab es das Thema Flüchtlinge noch gar nicht. Jetzt ist das anders: Die menschengroßen Gestalten, die Julien aus Draht und Gips-Harz-Pigment-Gemisch zu rostfarbenen Skulpturen von geschundenen Kreaturen gestaltet hat, aktualisieren die Dramatik unserer Zeit, so wie sie da aus der vom Feuerschein rot gefärbten Trümmerstadt über die Straße wanken. "Die Straße des Friedens", sagt Käsmacher, aus dessen Atelier ein Flüchtlingswagen, ein alter Autoreifen und ein mit Peace-Fahne dekoriertes, aus allerlei Fundstücken zusammenmontiertes Maschinengewehr stammen, die die Szenerie naturalistisch dekorieren. Alles ist detailverliebt aufeinander abgestimmt mit der Wand-Illusionsmalerei, aus der auf der einen Seite die Menschen aus einem Inferno zu fliehen scheinen, während sie auf der anderen über eine hölzerne Brücke ins Paradies gelangen können.

Zur "Uraufführung" kommt eine gehörige Portion Theater hinzu. Nebelwerfer, Rotlicht, Höllenlärm erwarten die Besucher beim Eintritt in die Installation. Nach und nach wird sich, lichtgeführt, der Weg ins Idyll erschließen und der Kriegs-Sound von Naturlauten abgelöst. Als besonderer Höhepunkt singt dann auch noch eine kubanische Schönheit mitreißende Popsongs: Yanneris Sewer ist gerade bei einem Freund der Künstlergruppe zu Gast und wird die Aktion unterstützen. Nach etwa 20 Minuten soll alles vorüber sein, die Zuschauer dürfen dann zwischen den Skulpturen herumgehen oder sich im Vorraum mit den Künstlern unterhalten. Der Eintritt ist frei. "Wenn mehr Gäste kommen, als in die Halle passen, wiederholen wir die Aktion natürlich", verspricht Käsmacher.

"Gib dem Frieden eine Chance": Eröffnung heute, 20. Februar, 17 Uhr, Atelier Klassiko, Schlossstraße 319, Zugang durch den Garten. Weitere Aufführungen am 21., 27. und 28. Februar.

Quelle: RP
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