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Mönchengladbach
Flüchtlingszentrum im Kreiswehrersatzamt

Mönchengladbach: Flüchtlingszentrum im Kreiswehrersatzamt
Die Baustelle für die Leichtbauhallen an der Hehner Straße. Wahrscheinlich in der zweiten Aprilhälfte soll die Unterkunft bezugsfertig sein. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. In dem leerstehenden Gebäude an der Hofstraße wird ein zentrales Ankunftszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge eingerichtet. Dort soll schneller über Anträge entschieden werden. Der Bau neuer Unterkünfte hat begonnen. Von Andreas Gruhn und Inge Schnettler

Mönchengladbach wird eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will im ehemaligen Kreiswehrersatzamt, das lange Zeit leer steht, an der Hofstraße ein so genanntes Ankunftszentrum für Flüchtlinge einrichten. Das bestätigte die Behörde, die für die Bearbeitung von Asylanträgen zuständig ist, gestern unserer Redaktion. In jedem Bundesland soll es mindestens ein Ankunftszentrum geben. Da in NRW die meisten Flüchtlinge ankommen, sind hier weitere Zentren, beispielsweise in Köln/Bonn, Dortmund, Münster und Niederaußem geplant oder bereits in Betrieb.

Das Bundesamt strukturiert damit seine Arbeit neu. Das Ziel ist die Beschleunigung des Gesamtverfahrens. Die Flüchtlinge werden registriert und erkennungsdienstlich erfasst. Alle Daten werden sofort in ein deutschlandweites Kerndatensystem eingespeist. Das sollte Ordnung ins Verfahren bringen.

Ankommende Asylsuchenden haben im Kreiswehrersatzamt künftige ihre erste Anlaufadresse. Dort werden sie in Kategorien eingeteilt. Alle, die in der Gruppe A registriert werden, haben eine hohe Bleibeperspektive. Das gilt vor allem für syrische Flüchtlinge. B ist die Kategorie, in der die Abschiebungsfälle gesammelt werden. Das gilt vor allem für Menschen aus dem Westbalkan und den Magreb-Staaten. Die Kategorie C umfasst die komplizierten Fälle, die einer besonderen Prüfung unterzogen werden müssen. Das können beispielsweise Syrer ohne Ausweispapiere sein. Und D steht für Dublin-Fälle, also Flüchtlinge, die bereits in einem anderen Land gemeldet sind. Innerhalb von 48 Stunden sollen die Schicksale der Flüchtlinge entschieden sein, heißt es beim BAMF.

Unterdessen geht der Ausbau von Not-Unterkünften für Asylbewerber in Mönchengladbach weiter. Derzeit entstehen in Holt und Hardt zwei weitere städtische Unterkünfte. In Hardt wird das leerstehende Gebäude der früheren Förderschule an der Winkelner Straße hergerichtet. 106 Flüchtlinge sollen dort ab dem 4. April untergebracht werden können. Und in Holt werden derzeit auf einem Grundstück an der Monschauer Straße, Ecke Hehner Straße zwei Leichtbauhallen sowie Container mit Speiseraum, Küche und Sanitäranlagen mit etwa 300 Plätzen gebaut. Die Inbetriebnahme ist für die zwei Aprilhälfte vorgesehen, teilte die Stadt gestern mit. Insgesamt entstehen somit gut 400 neue Plätze für Asylbewerber, die Gladbach vom Land zugewiesen werden. Die Stadt setzt somit eine Ankündigung vom Februar um.

Damit bereitet sich die Verwaltung auf weitere Zuweisungen von Asylbewerbern durch das Land NRW in den kommenden Monaten vor. Insgesamt hat die Stadt derzeit 2900 Flüchtlinge untergebracht, davon etwa ein Drittel in Wohnungen. Zuletzt wurden für Neuankömmlinge neue Leichtbauhallen am Gathersweg (die Anfang der Woche noch zur Hälfte leerstanden), das ehemalige Hotel Zur Post in Rheydt und das Hotel Amadeo an der Waldhausener Straße hergerichtet. Außerdem werden die Turnhallen an der Regentenstraße, an der Wilhelm-Strauß-Straße und am Torfbend von Asylbewerbern bewohnt.

Wie sich die Zahl der Zuweisungen entwickeln wird, darüber liegen keine verlässlichen Prognosen vor. Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden etwa 560 Flüchtlinge zugewiesen. Zwar sei die Tendenz zuletzt leicht rückläufig gewesen, aber dies bedeute nicht, dass sich die Lage entspannt, bekräftigte gestern Stadtsprecher Wolfgang Speen. Weil die Stadt weiter mit Zuweisungen rechnen muss, bereitet sie sich eben darauf vor und schafft neue Unterkünfte.

Quelle: RP
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