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Mönchengladbach
Flugzeugwerft arbeitet noch enger mit UPS

Mönchengladbach: Flugzeugwerft arbeitet noch enger mit UPS
RAS hat sich zum Marktführer in der Flugzeugwartung, Reparatur und Instandhaltung (englisch abgekürzt MRO) entwickelt. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Auch wegen seiner Liefer- und Transportlösungen ist Rheinland Air Service erfolgreich - im Verbund mit dem Frachtkonzern. Von Jan Schnettler

Der Inhalt des größeren der beiden Hangars von RAS ist streng geheim. Die Luftfahrzeugkennzeichen der dort abgestellten Maschinen dürfen nicht nach außen dringen, auch Fotos sind tabu - nicht nur für die Gruppe internationaler Journalisten, die an diesem Tag auf Einladung des Kurierdienstes UPS das Gelände des Unternehmens am Flughafen besichtigt. Hauptgrund: Man trifft dort gelegentlich auf VIPs, die eher wenig darauf erpicht sind, dass bekannt wird, wo ihre Flieger gewartet oder repariert werden. Doch schon der Inhalt des kleineren, älteren Hangars ist interessant genug. Unter anderem ist dort gerade eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus Regional unter der Lupe der RAS-Experten, ebenso ein Flugzeug, das sich (ausgerechnet!) in Diensten des UPS-Konkurrenten DHL befindet.

Unter anderem arbeiten die RAS-Experten derzeit an einer Maschine der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus Regional. Andreas Blume (r.), Geschäftsleiter Material & Logistik, erläuterte den internationalen Journalisten unter anderem den Aufbau einer Frachttür. FOTO: Jan Schnettler

RAS - kurz für "Rheinland Air Service" - ist der Inbegriff eines "Hidden Champion". Am häufig totgeglaubten Gladbacher Flughafen beschäftigt der Werftbetrieb 180 seiner mittlerweile bereits knapp 250 hoch qualifizierten Mitarbeiter, die Truppe besteht aus einer Vielzahl von Nationalitäten. "Wenn Sie nach einem internationalen Unternehmen suchen - hier haben Sie es", sagt Andreas Blume, Geschäftsleiter Material & Logistik. Überdies genießt die Firma in der Branche einen exzellenten Ruf - und prosperiert fröhlich vor sich hin. Nicht zuletzt im jüngsten Geschäftsbereich, dem Verkauf von Ersatzteilen und Flugzeugkomponenten. Dass man am Airport gerne noch einen dritten Hangar errichten könnte und wollte, ist auch alles andere als ein Geheimnis. Der zweite Hangar ist bereits jetzt groß genug, um darin zwei Boeing 737 zu warten, zusätzlich hat man zwei Zelthangars angeschafft.

1971 gegründet, hat sich RAS zum Marktführer in der Flugzeugwartung, Reparatur und Instandhaltung (englisch abgekürzt MRO) entwickelt und ist außerdem in Bereichen wie Flugzeug-Vertrieb und Betankung aktiv. Ein paar Hausnummern: Hauptpartner im MRO-Bereich ist der italienisch-französische Flugzeughersteller ATR, auf regulärer Basis werden 75 ATR-Maschinen gewartet. Nur wenige Wettbewerber kennen sich mit dem hochkomplexen Innenaufbau einer Frachttür so gut aus wie die RAS-Experten, ähnlich sieht es aus, wenn es darum geht, die "Flaps" (Strömungsklappen an den Tragflächen) zu warten. Für Neuflugzeuge der Marken Honda-Jet, Daher, Quest Aircraft und Waco Aircraft ist RAS exklusiver Händler. Im Lager an der Flughafenstraße liegen Ersatzteile im Wert von 15 Millionen US-Dollar auf Vorrat. Und an den Flughäfen Weeze, Frankfurt-Hahn, Mönchengladbach und Oberpfaffenhofen bietet das Unternehmen Betankungsdienste an. Und, und, und.

Blick durch ein Flugzeugfenster auf Wartungen an einer DHL-Maschine FOTO: Knappe Joerg

Und was hat UPS mit all diesen positiven Entwicklungen zu tun? Eine erstaunliche Menge. "Das Unternehmen ist seit über 20 Jahren unser bevorzugter Logistikpartner", sagt Andreas Blume; die Ausnahme sei (noch) Gefahrgut, doch auch in diesem Bereich werde der US-Konzern mit Deutschlandsitz in Neuss in Kürze eine tragfähige Lösung präsentieren. "Viele unserer Wettbewerber setzen auf merkwürdige Lieferketten und Transportlösungen", sagt Blume. RAS hingegen habe mit UPS ein perfekt aufeinander abgestimmtes System entwickelt, das dazu führe, dass beispielsweise der weltweite Ersatzteiltransport extrem schlagkräftig aufgestellt sei.

"Wir sind morgens die Ersten, die von UPS beliefert werden", sagt Blume - die RAS-Mitarbeiter können sich morgens also ausschließlich mit dem Wareneingang beschäftigen. Und nachmittags dann mit dem Warenausgang - "bis 19 Uhr können wir Sendungen absetzen". Der Köln-Bonner Flughafen, für UPS nach dem amerikanischen Louisville in Kentucky das zweitgrößte Drehkreuz überhaupt, liegt für die RAS-Zwecke dankbar nah. "Da gehen jeden Abend 38 Flugverbindungen rein und raus", sagt UPS-Sprecher Klaus Stodick. Der früheste um 21 Uhr - "das reicht, um am nächsten Morgen die komplette USA zu bestücken". Auch die Zollabfertigung der Lieferungen beginne mit dem Partner UPS oftmals bereits, wenn sich die Maschine noch über dem Atlantik befindet, erwähnt Blume lobend.

Quelle: RP
 
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