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Mönchengladbach
Fotos im TIG: Sechs Frauen - sechs Leben

Mönchengladbach: Fotos im TIG: Sechs Frauen - sechs Leben
Ursula Müller-Brackmann in der Ausstellung, hinter ihr die Fotos von Christel und Hanne. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Die eine zieht eine süße Schnute, die andere tanzt ausgelassen mit dem Sohn, die nächste beißt beherzt in einen saftigen Apfel: Ursula Müller-Brackmann stellt ab Freitag eine Fotoserie im Theater im Gründungshaus aus. Sehenswert. Von Inge Schnettler

In Utes Wohnung ist alles knallbunt. Sie hat zwei Hunde und liebt ihr Enkelkind Paul. Die Hunde natürlich auch. Sie ist leidenschaftliche Autofahrerin und hängt an ihr Vehikel auch gern mal den Wohnwagen. Karin strickt Socken, malt und fährt Fahrrad. Außerdem genießt sie gern mal ein Glas Rotwein. Hanne ist Gärtnerin durch und durch, sie klettert mit ihrem Sohn Max in der Kletterkirche und lacht sehr nett. Christel lernt Spanisch, sie schwimmt gern, und sie hat auf ihrem 60. Geburtstag heftig mit Mann und Sohn getanzt. Monika zieht eine Schnute und kokettiert charmant mit einem schwarzen Zylinder.

Und die sechste im Bunde - Ursula - macht mit ihren Händen coole Gesten und lacht ganz doll. Sieht dabei echt klasse aus. "Meine Tochter hat gesagt, ich solle mich auch in der Ausstellung zeigen", sagt Ursula Müller-Brackmann. Und so hat sie sich stylen lassen, ihre Pose bestimmt und ihre Tochter auf den Auslöser drücken lassen. Womöglich war ihre eigene Foto-Session die anstrengendste von allen. "Kann sein", sagt die Fotografin.

Mit ihren Fotografien gewährt sie einen Einblick in das Leben der Frauen. Die Annäherung ist behutsam und sensibel. "Wir haben stundenlang miteinander gearbeitet", sagt Ursula Müller-Brackmann. "Wir haben viel gesprochen - und sehr viel gelacht." Die Fotos verraten, was die gezeigten Frauen können, was sie tun. Sie verraten viel über die Charaktere. Das wurde möglich, indem die Fotografin den Porträtierten genügend Zeit gab, sich zu entspannen, sich wohlzufühlen. "Das war für mich auch eine neue Situation", sagt sie. Nie zuvor habe sie so intensiv Menschen fotografiert. "Echt spannend", findet Ursula Müller-Brackmann.

Die Fotos sind sehr persönlich. Christel etwa, die so gerne schwimmt, hat sich in der Badewanne fotografieren lassen. Ute beißt herzhaft in einen saftigen Apfel. Das hat die Fotografin in drei Bildern festgehalten. Und Hanne hat sich in einem wunderschönen, etwas altmodisch wirkenden Bikini - knalltot mit weißen Punkten - ablichten lassen.

Die Fotografien hängen an den schwarzen Wänden im Theater im Gründungshaus an der Eickener Straße. Das hat recht wenig mit musealer Präsentation zu tun. Wirkt es doch eher so, als habe die Künstlerin ein Fotoalbum mit äußerst kreativ eingeklebten Bildern aufgeschlagen. "Ich finde es sehr schön", sagt Ursula Müller-Brackmann. "Es passt zu mir." Und irgendwie wirken die Fotos tatsächlich wie Zeitfenster, die sich jeweils für nur kurze Zeit öffnen, um den Betrachter einen kurzen Moment lang in das Leben der Frauen blicken zu lassen. Kurz - aber intensiv

Die Ausstellung wird am Freitag, 8. Januar, um 19 Uhr eröffnet. Anschließend ist sie zu den Öffnungszeiten des TIG an der Eickener Straße 88 - dienstags bis sonntags, jeweils ab 17 Uhr - zu sehen. Zu sehen sind die Fotografien bis zum 6. Februar.

Quelle: RP
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