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Mönchengladbach
Fragen zum schwachen Herzen

Mönchengladbach: Fragen zum schwachen Herzen
Für Sie am Mittwoch am Telefon: Professor Jürgen vom Dahl. Seine Nummer: 02161 244 150. FOTO: Eli/Kn, -wi
Mönchengladbach. RP-Telefonaktion mit drei Experten zur Herzgesundheit am kommenden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr. Von Ruth Wiedner-Runo

Die Herzschwäche - Experten sprechen von Herzinsuffizienz - ist eine Volkskrankheit und der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt: Allein in Deutschland leiden nach Expertenschätzungen bis zu drei Millionen Menschen an dieser Erkrankung. Mehr als 444.000 Patienten von ihnen werden jedes Jahr in ein Krankenhaus eingeliefert. Wer das Thema auf die leichte Schulter nimmt, riskiert viel. Wie man die Herzschwäche erkennt, was man gegen sie tun kann und wie Betroffene ihre eigene Lebensqualität positiv beeinflussen können, das erklären drei Experten am RP-Telefon. Sie sind am Mittwoch, 15. November, von 15 bis 16 Uhr, zu erreichen. Die Leser-Fragen beantworten Professor Jürgen vom Dahl (Krankenhaus Maria Hilf), Professor Georg Sabin (Elisabeth-Krankenhaus) und der niedergelassene Kardiologe Manfred Neuß.

"Viele Betroffene wissen einfach zu wenig über ihr Herz", erklärt vom Dahl. Das sieht auch die Deutsche Herzstiftung in Frankfurt so. Sie hat genau aus diesem Grund "Das schwache Herz" zum Thema ihrer bundesweiten Aufklärungskampagne für November gemacht. Sie will in mehr als 1000 Veranstaltungen diese Wissensdefizite aufarbeiten und informiert auf ihrer Homepage ausführlich über das Thema.

Er ist in der Redaktion für Sie erreichbar: der niedergelassene Kardiologe Manfred Neuß - 02161 244-151. FOTO: Ruth Wiedner-Runo

Die chronische Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzkrankheiten. "In etwa 70 Prozent der Fälle entwickelt sich die Herzschwäche aus der koronaren Herzkrankheit und Bluthochdruck, allein oder gemeinsam mit Diabetes", erklärt Professor vom Dahl. Die Erkrankung ist für die Betroffenen in der Regel schwer zuzuordnen, da die chronische Herzschwäche zumeist schmerzfrei und unspektakulär beginnt - mit Atemnot, Leistungsabfall und Wassereinlagerungen in den Beinen.

Er beantwortet Leser-Fragen rund um das Thema Herz: Professor Georg Sabin. Seine Nummer: 02161 244-152. FOTO: Michael Lübcke/Elisabeth-Krankenhaus

"Viele Betroffene nehmen diese Einschränkungen oftmals als altersbedingt resignierend hin", weiß vom Dahl aus seinem täglichen Umgang mit Patienten. Er forderteindringlich: "Wer unter Atemnot leidet, sollte umgehend zum Arzt gehen, um abklären zu lassen, ob es sich um eine Herzerkrankung handelt." Wichtig ist ihm auch: "Wer über Vierzig ist, der sollte regelmäßig seinen Blutdruck messen." Denn der erfahrene Kardiologe weiß: "Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, um so eher kann man mit den heutigen Therapiemöglichkeiten die fatale Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen und die Lebensqualität für Patient und Familie sichern." Eine lückenlose Behandlungskette ist aus Sicht der Experten entscheidend. "Bereits nach wenigen Monaten nehmen etwa ein Drittel der Patienten ihre Medikamente nicht mehr", weiß Professor Georg Sabin, Chefarzt der Kardiologie Eli. Dabei seien die Folgen einer nicht behandelten Herzschwäche durchaus lebensbedrohlich. "Dem Herzen fehlt entweder die Kraft, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Oder der Herzmuskel hat nicht mehr die Elastizität, um genügend Blut aufzunehmen."

Aber jeder Betroffene ist auch im Rahmen der Eigenverantwortung aufgerufen, selbst aktiv zu werden. Was kann man tun? Professor vom Dahl wirbt ebenso wie die Experten Sabin und Neuß für eine ausgewogene Ernährung, bei der beispielsweise Salz als Geschmacksträger nur eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Sein Tipp, auf Dosenkost, Tiefkühl- und Fertiggerichte weitestgehend zu verzichten. So wie die Herz-Patienten auf ihr Gewicht achten sollten, macht der Klinikchef auch Lust auf regelmäßige Bewegung: "Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, der sollte mindestens dreimal in der Woche ins Schwitzen kommen." Am 15. November können die Leser nun ihre ganz persönlichen Fragen stellen. Die Telefonleitungen werden für die Zeit von 15 bis 16 Uhr freigeschaltet.

Quelle: RP
 
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