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Mönchengladbach
Fraunhofer-Institut setzt auf Gladbach

Mönchengladbach. Stärkung für den Forschungsstandort: Zum 1. September gründet die Hochschule Niederrhein ein "Center Textillogistik" in Kooperation mit dem Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. Von Jan Schnettler

Der Kreis schließt sich. So formuliert Rolf Königs, Vorsitzender des Verbandes der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, die Tatsache, dass es für diese Branchen an der Hochschule Niederrhein in Kürze die gesamte Bandbreite von Ausbildung und Weiterbildung über Studium bis hin zu anwendungsbezogener Forschung geben wird. Wie gestern bekannt wurde, gründet die Hochschule im NEW-Blauhaus zum 1. September in Kooperation mit dem Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) ein "Center Textillogistik". Hochschulpräsident Hans-Hennig von Grünberg sieht in diesem anwendungsnahen Forschungszentrum, das das Portfolio der Hochschule im besagten Bereich vervollständigt, einen Meilenstein auf dem Weg, der bedeutendste textile Bildungs- und Forschungsstandort Europas zu werden. Auch NRW-Wissenschaftsstaatssekretär Thomas Grünewald sagt, in dieser Konsequenz sei ihm ein solch umfassendes Leistungsspektrum anderswo nicht bekannt.

Nicht zufällig war das Land bei der gestrigen Unterzeichnung der Absichtserklärung in Person Grünewalds vertreten: Das Wissenschaftsministerium prüft eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1,2 Millionen Euro, über drei Jahre verteilt. "Diese Kooperation wird wegweisende Innovationen in der Textillogistik ermöglichen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Textil- und Bekleidungsindustrie Nordrhein-Westfalens nachhaltig stärken wird", sagt Grünewald.

Dafür verantwortlich zeichnen wird ein absoluter Branchenexperte: Markus Muschkiet, Professor für Textillogistik an der Hochschule. Der 34-Jährige wechselte im September von der Berliner Zalando-Zentrale, wo er die gesamte Transportlogistik verantwortete, nach Gladbach, voraussichtlich acht wissenschaftliche Mitarbeiter sollen ihn dort künftig unterstützen. Zudem plant das IML die Installation einer abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppe Textillogistik in Dortmund, damit die Fraunhofer-"Brücke" zwischen beiden Standorten auch auf zwei Säulen fußt. "Wir nehmen die Hochschule Niederrhein als sehr forschungsstark wahr, gerade in den Bereichen Textil und Bekleidung", sagt Institutsleiter Uwe Clausen anerkennend.

Hauptsächlich soll es im Center Textillogistik um die Frage gehen, wie Unternehmen ihre Logistikprozesse optimieren und gestalten können. Interessierte Kooperationspartner - schließlich hat sich Mönchengladbach zu einem bedeutenden Logistik-Drehkreuz entwickelt - stünden bereits in den Startlöchern, sagt Königs - sowohl Logistiker als auch Logistikdienstleister sowie Textilhändler und -hersteller.

An der Fraunhofer-Ansiedlung war zwei Jahre lang gearbeitet worden. Die "Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung" ist die größte Organisation für Auftragsforschung in Europa und nicht zuletzt bekannt für Kooperationsformate mit Fachhochschulen. Sicher nicht ganz unerheblich bei der Entscheidung pro Gladbach und Hochschule Niederrhein war die Tatsache, dass in Campusnähe derzeit die Textilakademie gebaut wird. Sie setzt Impulse in den Bereichen Aus- und Weiterbildung sowie Berufsvorbereitung.

Quelle: RP
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