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Mönchengladbach
Freizeitpark: Land legt Veto ein

Mönchengladbach: Freizeitpark:  Land legt Veto ein
FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Es sind nicht etwa der Bund und der Investor des riesigen Freizeitparks im JHQ, die im Moment nicht zusammenfinden. Es sind Bund und Land, die einander in die Quere kommen - vorerst. Von Ralf Jüngermann, Jan Schnettler und Andreas Gruhn

Als die ersten Nachrichten von dem Milliarden-Projekt "Seasons" im JHQ durchsickerten, gab es eine Menge Szenarien, warum aus dem riesigen Freizeitpark nichts werden könnte. Der Investor sei dubios und habe gar nicht das nötige Großgeld, streuten jene, die lieber Dinge scheitern als gelingen sehen - inzwischen sind echte, googlebare Scheichs aufgetaucht, die das Projekt tatsächlich finanzieren wollen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) werde das Gelände niemals verkaufen, unkten andere - tatsächlich gibt es längst ein ernstes und keinesfalls illusorisches Verkaufsangebot der Bima.

Und doch stocken die Verkaufsverhandlungen so sehr, dass die Bima gerade die nächste Verhandlungsrunde abgesagt hat. Schuld daran ist das Land, das die Fläche vorerst nicht freigibt - weil es erst abschließend klären will, ob dort weitere Flüchtlinge untergebracht werden müssen. Solange kann, will und darf der Eigentümer Bund nicht verkaufen. Wann entscheidet sich das Land? "Wir wissen es nicht", sagt Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft und Verhandlungsführer der Stadt. Die Grünen, die gegen den Freizeitpark sind, kommentierten diese Wasserstandsmeldung gestern in einer Pressemitteilung als "Verkaufsstopp wegen Flüchtlingssituation". Diesen Zungenschlag versuchten andere wieder einzuholen. Schückhaus sagte der RP: "Das ist Quatsch. Dieses riesige Projekt scheitert natürlich nicht an der Frage der Flüchtlingsunterbringung. Sollte es irgendwann scheitern, dann an anderen Dingen." Ausgerechnet die Flüchtlinge mit einem möglichen Scheitern der Seasons-Pläne in Verbindung zu bringen, halte er für sehr unglücklich.

Wird das Seasons-Projekt im JHQ realisiert? FOTO: Seasons Global

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs sieht das ähnlich. Derzeit gehe es noch gar nicht um den Verkauf, sondern man befinde sich in der Planungsphase. In Kürze würden die Ergebnisse des Prüfauftrags an die Verwaltung vorliegen, was etwa Verfügbarkeit der Flächen, planungsrechtliche Voraussetzungen und Details zu den Investoren angeht. "Ich warne davor, ein solches Thema mit der Flüchtlingssituation zu verbinden. Das halte ich für verteufelt. Das spielt ganz anderen Kräften in die Hände."

Auch Hans Peter Schlegelmilch, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht das Seasons-Projekt derzeit nicht gefährdet. "Es ist nachvollziehbar und richtig, dass die höchste Priorität bei einer so unklaren Situation darin liegt, Flächen, die man im Eigentum hat, für Angelegenheiten der höchsten Not zu nutzen oder zumindest bereitzuhalten." Darum seien die Mönchengladbacher "sehr weit davon entfernt, in Panik zu verfallen".

Rückblick: Die Welt des JHQ in Mönchengladbach FOTO: Margarethe Fols
Quelle: RP
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