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Mönchengladbach
Fritz Bornstück macht Gute-Laune-Kunst

Mönchengladbach: Fritz Bornstück macht Gute-Laune-Kunst
Ninja Elisa Felske und Jochen Börgmann vor dem großformatigen Bild "Norf Norf Norf". Die Ausstellung, die den Berliner Künstler Fritz Bornstück vorstellt, wird morgen eröffnet. Kontakt zur Galerie: 0160 3600957 FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Menschen auf Eisschollen, Zigarettenkippen, schwimmende Flaschen: Die Bilder und Objekte des Berliner Künstlers sind echt witzig. Morgen um 19 Uhr wird die Ausstellung "Transatlantic Hokuspokus" in der Galerie Börgmann eröffnet. Von Inge Schnettler

Was mag in diesem Kopf vor sich gehen? Wie bändigt er diese unglaubliche Fülle an Einfällen und Geschichten, die seinem Gehirn entsprudeln? Ob er ein Dauergrinsen im Gesicht trägt? Wahrscheinlich ist es so - zumindest, wenn er malt oder formt. Und sicher ist: Dem Betrachter wird es gut gehen, wenn er die Bilder von Fritz Bornstück sieht, er wird viel zu entdecken haben, sich über die Titel amüsieren und die Ausstellung mit ausgesprochen guter Laune verlassen. Um womöglich noch einmal wieder zu kommen. Morgen Abend um 19 Uhr wird die Präsentation mit dem Titel "Transatlantic Hokuspokus" in der Galerie Börgmann an der Wallstraße 7 eröffnet. Bis zum 3. Dezember sind die farbenfrohen Kunstwerke von Fritz Bornstück auf den drei Etagen des schönen Stadthauses zu sehen.

Norf Norf Norf (Nordmeeroperette): So heißt das großformatige Bild im vorderen Raum der Galerie. Na, dann schauen wir mal, was da passiert. Auf wild bewegtem Wasser unter von duftigen Wolken durchzogenem knallblauem Himmel treiben weiße Formen - Eisschollen womöglich. Darauf zwei Figuren, die eigentlich gar keine sind. Die linke besteht aus einem bunten Regenschirm, einer Art Mäntelchen, einer grünen und einer schwarzen Kugel, zwei Stäben und einer Schüssel. Die rechte sieht aus wie ein Strichmännchen mit Lendenschurz und einem umgedrehten Henkeltopf. Mittels eines Spazierstocks und einem Seil halten die beiden Kontakt. Ziemlich wackelig zwar, aber irgendwie doch im Gleichgewicht. Wie lange das wohl gut gehen mag? Darüber scheinen sich die beiden auf den Eisschollen absolut keine Gedanken zu machen - alles easy.

Vor dem Bild steht ein weißer Sockel mit allerlei Flaschen und Getränkedosen aus Keramik. Die hat Fritz Bornstück als Überraschung mit in die Galerie gebracht. Die Etiketten sind umwerfend niedlich. "Lustige Idee", findet Galerist Jochen Börgmann. "Passt gut hier rein", sagt Assistentin Ninja Elisa Felske.

Börgmann hatte Fritz Bornstück, der in Berlin lebt, schon länger auf seiner Wunschliste. Jetzt hat es geklappt, den 1982 in Weilburg geborenen Künstler nach Mönchengladbach zu holen. Dass er darüber sehr glücklich ist, zeigt der Galerist beim Rundgang durch die Ausstellung. Immer wieder weist er auf ein Bild, lacht sich kaputt, sagt: "Super, oder?" Ja, stimmt. Echt super. Auch die Kleinformate, die Bornstück in Rahmen aus Obstkisten gepackt hat. Da gibt es die "Gefühlte Palme", die sich selbst zu umarmen scheint, eine Zigarettenkippe, die auf eine Zitrone gepinnt wurde, ein altes Telefon mit einer Banane als Hörer. Nahrungsmittel scheinen dem Künstler ohnehin ein Anliegen zu sein. Die Bananenschale taucht auf, eine Kiwi und die Kartoffel mit einem wahrlich süßen Gesicht. Süßkartoffel eben.

Und immer mal wieder schwimmt eine Flasche im Meer davon. "Flaschenpost" heißt das eine, "Goodbye sober day" das andere. Das heißt soviel wie "Auf Wiedersehen, nüchterner Tag".

Und wieder begegnen uns die seltsamen Gestalten Bornstücks. "Northern Zealand" etwa zeigt erneut zwei Stock-Figuren - einen Mann und eine Frau offensichtlich. Der "Frau" hat der Künstler einfach eine Topfpflanze verkehrtherum aufgestülpt, die langen Blätter flattern im Wind, ebenso ihr zitronengelber Rock. Der "Mann" hingegen steht ihr etwas stoffelig-steif gegenüber. Sind sie im Gespräch, streiten sie, schauen sie sich verliebt in die Augen? Da entstehen Geschichten, die sonst auf der Theaterbühne erzählt werden. Reales und Irreales verschmelzen. Die Bilder lassen uns die Freiheit, zu rätseln, zu enträtseln und zu lachen. Das ist ein großartiges Erlebnis!

Quelle: RP
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