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Mönchengladbach
Früher Arsen belastet, heute Kunstrasen

Mönchengladbach: Früher Arsen belastet, heute Kunstrasen
Die Spieler der Kindermannschaft waren die Ersten, die auf dem neuen Kunstrasen kicken durften. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. 2010 stellten Experten fest, dass der Sportplatz an der Schlachthofstraße mit Arsen, Blei und Chrom belastet ist. Für 330.000 Euro wurde er damals saniert. Nun wurde er für weitere 300.000 Euro in einen Kunstrasenplatz umgewandelt. Von Christian Lingen

Der Sportplatz an der Schlachthofstraße war lange ein Streitthema bei Politik und Verwaltung. Im Juni 2010 stellten Experten fest, dass der Tennenplatz mit Arsen, Blei und Chrom belastet ist. Eine Spätfolge des Zweiten Weltkriegs. Das war der Stadt damals bereits seit zwölf Jahren bekannt. Erst die Einführung neuer Grenzwerte veranlasste die Verantwortlichen damals zum Handeln. 330.000 Euro, von denen 80 Prozent vom Land getragen wurden, kostete die Sanierung. Den Vorschlag, einen Kunstrasenplatz zu schaffen, lehnte Frank Boss, der Vorsitzende des Sportausschusses, damals ab. "So hoch frequentiert, dass sich der Aufwand rechnen würde, ist der Platz nicht", sagte er damals. Im vergangenen Jahr die Wende. Der Rat beschloss, aus dem Aschenplatz einen Kunstrasenplatz zu machen. Am Samstag wurde er eröffnet.

"Der Erlös aus dem Verkauf des Sportplatzes Am Torfbend ist in die Gestaltung dieses Platzes geflossen", erklärte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners bei der Eröffnung. Der Platz in Dohr wurde nicht mehr benötigt, weil sich der dortige Fußballverein nach 107 Jahren aufgelöst hatte. Die Stadt verkaufte den Sportplatz. Aus ihm wurde ein Baugebiet. Der neue Kunstrasenplatz an der Schlachthofstraße kostete nun rund 300.000 Euro - Geld, das die Stadt 2010 nicht hatte. Gleichzeitig zum neuen Kunststoffrasenspielfeld floss das Geld auch in die Gestaltung der Anlage. Somit stehen an der Schlachthofstraße nun rund 6500 Quadratmeter Sportfläche zur Verfügung. Genutzt werden diese von den beiden Fußballvereinen "Türkiyemspor 78/88" und "Red Stars" sowie von den umliegenden Schulen. Natürlich freuen sich die beiden Vereine über den Kunstrasenplatz. Ein Sinneswandel. 2010 sagte der damalige Fachobmann der "Red Stars", Alexander Gleich, noch: "Von uns aus kann der Platz aufgegeben werden. Wir spielen auch in Mülfort." Er schlug vor, den Platz an der Brückenstraße in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln und die beiden anderen zu schließen. Das wiederum wollte die Stadt damals nicht. "Das wäre unsinnig", sagte Harald Weuthen vom Sportamt damals. "Wir sind stolz, als Sportstadt nach und nach die Anlagen zu erneuern. Fast in jedem Stadtteil gibt es nun einen Kunstrasenplatz", sagte Frank Boss am Samstag. Der neue Platz habe zudem den Vorteil, dass es keine Schürfwunden bei den Spielern mehr gebe und die Kinder mit sauberen Trikots nach Hause kommen. Damit das so bleibt, rief Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann die Vereine auf, den Platz gut zu pflegen. Sie nutzen die Sportanlage an der Schlachthofstraße mit rund 200 Mitgliedern.

Nach der Eröffnung durften die Kinder der "Red Stars" als erste den Platz nutzen. Sie versuchten sich im Elfmeterschießen gegen den Oberbürgermeister.

Quelle: RP
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