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Mönchengladbach
Frühlingssonate passte gut in die Jahreszeit

Mönchengladbach. Im vierten Schlosskonzert traten die Geigerin Nancy Dahn und der Pianist Timothy Steeves auf. Von Gert Holtmeyer

Neun Tage vor dem offiziellen Winterende ein Konzert im Schloss Rheydt mit Beethovens "Frühlingssonate" zu beginnen, passt zweifellos zur Jahreszeit. Und die Art und Weise, in der das "Duo Concertante" sie im vierten Schlosskonzert aufführte, war im Prinzip durchaus hörenswert.

Nancy Dahn, die Geigerin, ließ gleich beim Kopfthema erkennen, dass sie über nichts hinwegspielt. Sorgfältig artikulierte sie jede Phrase, machte auf kleinstem Raum feine Unterschiede der Lautstärke und dosierte sehr sorgfältig ihr Vibrato. Ihre Tonbildung zielte nicht auf strahlenden Glanz und große Tragweite, sondern zeichnete sich durch eine kultivierte kammermusikalische Note aus.

Und was das Zusammenspiel zwischen Geige und Klavier (Timothy Steeves) anbelangt, wurde das Klavier nicht als Begleitung der Violine aufgefasst, sondern als völlig gleichwertiger Partner. Jedenfalls war das die im Programm bekundete Absicht.

Wenn die Geige Begleitfiguren zu spielen hatte, trat das Klavier entsprechend in den Vordergrund. Das Problem: Umgekehrt, wenn die Thematik in der Geigenstimme lag, hielt sich der Pianist viel zu wenig zurück. Steeves nahm leider die Aufforderung zum forte ernster als die zum piano, in der Frühlingssonate ebenso wie in Franz Schuberts "Rondeau brillant" (D 895). Dabei wurden sowohl die melodiösen wie die tänzerischen Partien dieses Werkes mit großer Musikalität wiedergegeben.

Zum Glück führten Rückmeldungen des Publikums dazu, in der Pause den Deckel des Flügels weniger weit zu öffnen. Damit war im zweiten Teil das Problem des zu dominanten Klaviers zwar noch nicht ganz verschwunden, fiel aber doch weniger ins Gewicht.

In Johann Sebastian Bachs E-dur-Sonate wurde für die langsamen Sätze ein guter Ansatz gefunden, einerseits nicht zu romantisch, andererseits aber auch nicht steril zu spielen. Leicht und flüssig, ohne jede Schwerfälligkeit, klangen die schnellen Sätze.

Nach der ebenfalls sehr lebendig gespielten G-Dur Sonate Beethovens (op. 96)durfte das eifrig applaudierende Publikum noch zwei Zugaben hören: eine mitreißend temperamentvoll gespielte virtuose Bearbeitung von Aram Chatschaturjans "Säbeltanz" und den ersten Satz der A-Dur-Sonate von Johann Sebastian Bach.

Quelle: RP
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