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Mönchengladbach
Fünf Euro für den Rad-Schnellweg

Mönchengladbach: Fünf Euro für den Rad-Schnellweg
Am Europaplatz (oben) führt der Rad-Schnellweg nach Rheydt, am Rheydter Bahnhof (unten, l.) ist die Gladbach-Tour eingezeichnet. Die vier Punkte im blauen Feld weisen - wie am Marienplatz (r.) - überall den Weg. FOTO: Freimeister
Mönchengladbach. Mit einem Mausklick kann ab heute jeder mithelfen, Projekte vor seiner Haustür zu ermöglichen. Die Volksbank hat eine Spenden-Plattform im Internet eingerichtet und stockt die Spendenbeträge auf. Es gibt auch historische Beispiele. Von Ralf Jüngermann

Bekommt die Stadt zwischen Gladbach und Rheydt ihren ersten ausgeschilderten Fahrrad-Schnellweg? Können Flüchtlingskinder in den Osterferien bei einer Aktion des Stadtsportbundes Anschluss finden? Und bekommt der Schlosspark Neersen eine Schmetterlingsinsel? Das entscheiden die Mönchengladbacher. Denn alle drei Projekte werden nur umgesetzt, wenn in den kommenden drei Monaten genügend Spenden zusammenkommen. Viele helfen mit kleinen Spenden, gute Ideen auf den Weg zu bringen - das ist die Idee der neuen Crowdfunding-Plattform der Volksbank, die von der Rheinischen Post als Partner unterstützt wird. Darum ist die Hürde für jeden Einzelnen mitzuhelfen ganz niedrig. Fünf Euro und nicht mal fünf Minuten reichen.

FOTO: Nein

Auf der Internet-Seite "http://www.voba-mg.viele-schaffen-mehr.de" werden ab heute die drei Projekte vorgestellt, die auf Spenden hoffen. Per Giropay, Lastschrift oder Kreditkarteneinzug kann man jeden Betrag ab fünf Euro mit wenigen Mausklicks beisteuern. Das geht anonym oder namentlich. Die Volksbank stockt jede Einzelspende um zehn Euro auf und hat dafür einen Spendentopf von 20.000 Euro angelegt. Der Betrag, der binnen drei Monaten zusammenkommen muss, ist vorab festgelegt. Bei den drei aktuellen Projekten sind es jeweils zwischen 3.500 und 5.000 Euro. Auf der Crowdfunding-Seite kann jeder den aktuellen Stand jederzeit abrufen. Sammeln die Projektverantwortlichen mehr Geld, als sie für die konkrete Aktion benötigen, dürfen sie den Rest für vergleichbare Aktionen behalten. Kommt die Summe nicht zustande, bekommen alle Einzelspender ihr Geld zurücküberwiesen - und das Projekt wird nicht realisiert.

Vorbilder für diese Art des Spendensammelns gibt es reichlich. Die Freiheitsstatue in New York konnte zum Beispiel nur gebaut werden, weil 120.000 Menschen rund 102.000 US-Dollar spendeten. "Der Gedanke, dass viele mehr schaffen können als ein Einzelner, ist die Grundidee der Volks- und Raiffeisenbanken", sagte Vorstand Heinz-Wilhelm Hermeling gestern beim offiziellen Startschuss der Crowdfunding-Plattform. Das Internet bietet die Möglichkeit, Geld leichter einzusammeln als mit der Sammelbüchse und Klinkenputzen. Crowdfunding (zu deutsch etwa: Schwarmfinanzierung) ist in vielen Bereichen, zum Beispiel auch in der Kultur, längst unverzichtbar.

FOTO: Nein

Die drei Projekte, die seit heute im Netz stehen, sind nicht so groß wie ein Kinofilm oder die Freiheitsstatue - sie werden dafür mit Sicherheit viele Gladbacher sehr interessieren, weil sie unmittelbare Folgen für das Leben in der Stadt haben.

Radroute Der ADFC und der Masterplanverein MG 3.0 wollen mit Unterstützung von Freimeistern und Zeichensälen eine Rad-Schnellroute vom Gladbacher zum Rheydter Hauptbahnhof ausweisen. Sie soll führen über Bismarckplatz, Berliner Platz, Viktoriastraße, Buscherstraße, Richard-Wagner-Straße, Markt, Marktstraße und Marienplatz. Eine blaue Farblinie auf der Straße oder den schon vorhandenen Radwegen und Schildern sollen auf die zeitgemäße Radroute hinweisen.

Ferienaktion Der Stadtsportbund will Flüchtlingskinder und Kinder aus sozial schwachen Familien während der Osterferien eine Woche lang betreuen. 60 Kinder bekommen in der Jahnhalle ein buntes Sport- und Bewegungsprogramm, können basteln, Lebensmittel kennenlernen und sich bei einer Mini-Disco austoben. Die Teilnehmer werden abgeholt und nach Hause gebracht. Eine ähnliche Aktion gab es mit großem Erfolg schon in den Herbstferien.

Schmetterlingsinsel Der NABU-Willich will im Schlosspark Neersen Stauden und Sträucher anlegen, die genau die Insekten anlocken, die in unserer Region immer seltener werden: Schmetterlinge, Wildbienen, Hummeln und Käfer. Lehrtafeln und Pflanzenschilder sollen Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen wichtige Informationen zum Refugium für Insekten geben. Schon jetzt besuchen rund 1800 Kinder pro Jahr die NABU-Station im Schlosspark.

Beim Werben um Spendengelder spielen soziale Netzwerke wie Facebook und Dienste wie Twitter eine große Rolle. Unterstützer können auf diese Art ihre virtuellen Freunde auf die Projekte aufmerksam machen. Die Rheinische Post wird in den kommenden Wochen alle drei Projekte noch einmal ausführlich vorstellen. www.voba-mg.viele-schaffen-mehr.de

Quelle: RP
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