| 11.27 Uhr

Grevenbroich
Für ein Derby ohne Randale

Grevenbroich: Für ein Derby ohne Randale
Symbolischer Anstoß für das Derby: Köln-Fan Norbert Nürnberg (links) und Ingo Thiel, Anhänger von Borussia Mönchengladbach. FOTO: M. Reuter
Heute Abend sind sie für 90 Minuten Rivalen: Norbert Nürnberg, Geschäftsführer des 1.FC Köln-Fanclubs "Jetzt erst recht 2007", und Ingo Thiel von den Gladbacher "Woodstock Supporters". Beide hoffen auf ein friedliches Derby. Von Andreas Buchbauer

Im Rheinland ist es das Fußballspiel schlechthin: Heute Abend tritt der 1. FC Köln in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach an. Das Derby versetzt jedoch nicht nur die Fans in Ekstase. Polizei und Ordnungskräfte sind in Alarmbereitschaft, die Partie gilt als "Hochsicherheitsspiel".

Die NGZ hat zwei Fans aus Grevenbroich an einen Tisch gebeten: Norbert Nürnberg, Geschäftsführer des Köln-Fanclubs "Jetzt erst recht 2007", und Ingo Thiel, Vorsitzender der Borussen-Anhänger namens "Woodstock Supporters". Symbolisch führten sie den Anstoß zur heiß ersehnten Partie aus - am Tippkick-Tisch. Dabei machten beide deutlich: Für diejenigen, die das Spiel für Randale nutzen, haben sie kein Verständnis.

"Das sind keine Fans", stellten die Fanclub-Vorstandsmitglieder klar. "Solche Leute machen mit ihrem kriminellen Verhalten den Fußball kaputt." Ingo Thiel (42) hat die Sorge vor Ausschreitungen sogar die Laune verdorben, heute Abend ins Stadion zu gehen. Er ist froh, dass er dieses Mal keine Karten bekommen hat.

"Gemischte Gefühle"

"Zum Derby geht man mittlerweile leider mit gemischten Gefühlen ins Stadion - aus Angst vor Randalen", sagt Thiel. Das spart er sich. Stattdessen schaut er das Spiel im Pay-TV - zusammen mit seiner aus Köln stammenden Frau Steffi. "Sie drückt dem FC die Daumen, ich den Gladbachern", sagt Thiel. Das Paar lebt vor, wie es im rheinischen Derby zugehen sollte: ein paar Frotzeleien, die eigene Mannschaft anfeuern - und hinterher friedlich über das Spiel diskutieren.

Auch beim Tipp-Kick-Anstoß in der NGZ-Redaktion ging es entspannt zu. Norbert Nürnberg und Ingo Thiel beleuchteten Stärken und Schwächen ihrer Teams. "In Köln steht zurzeit eine Ansammlung von Einzelspielern, aber keine Mannschaft auf dem Platz", meint Nürnberg. Thiel räumt ein, dass die Gladbacher Abwehr zuletzt richtig schlecht ausgesehen habe. Natürlich hoffen beide Fanclub-Vorstandsmitglieder auf einen Sieg ihrer Mannschaft.

"Wenn man es ganz sachlich betrachtet, sieht es vom Papier her aber wie ein typisches Unentschieden aus", sagt Thiel. Nürnberg (53) befürchtet, dass sich zwei "momentan nicht gefestigte und angesichts der Derby-Stimmung sehr nervöse Mannschaften gegenüberstehen". Mehr noch als ein Sieg würde es Nürnberg und Thiel freuen, wenn das heutige Derby endlich mal ohne Randale über die Bühne ginge.

Das war zuletzt selten der Fall. Es gab Prügeleien, in der vergangenen Saison wurden gar Fanbusse mit Leuchtraketen beschossen. "Ein Unding", sind Nürnberg und Thiel einig. Der Tenor: Da drehen einige völlig durch. Dabei ist es, bei allen Emotionen, nur ein Fußballspiel. Das hat auch Borussen-Trainer Michael Frontzeck betont. Der Wunsch von Norbert Nürnberg und Ingo Thiel klingt bescheiden: Sie hoffen auf ein schönes, sportlich aufregendes und faires Derby - und dass alle Besucher sicher nach Hause kommen.

(ngzo)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Für ein Derby ohne Randale


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.