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Mönchengladbach
Ganz schön viel los in Obereidorf

Mönchengladbach: Ganz schön viel los in Obereidorf
Lodengrün (Sergey Czepurnyi, r.) versteckt sich hinter seinem kühnen Freund Hoppel (Luan Gummich) vor der Heidehasen-Prinzesssin (Carolin Schupa). FOTO: Matthias Stutte
Mönchengladbach. Es geht um Betrug, Niedertracht und Geldgier, am Ende siegen Liebe und Freundschaft. Das Weihnachtsmärchen des Theaters heißt "Der Sängerkrieg der Heidehasen". Die lustigen Langohren begeisterten die jungen Besucher. Von Inge Schnettler

Die Heidehasen-Prinzessin ist eine echte Rotzgöre. Ständig rutscht ihr die Krone übers Gesicht, sie kaut Kaugummi und zieht gerne lange Fäden damit. Und wenn sie ihren Willen nicht bekommt, hält sie einfach die Luft an. Dennoch sieht sie in ihrem feinen Kleidchen und mit den rosa Hasenohren sehr süß aus. Und eine gute Partie ist sie allemal. Dem Sieger des Sängerwettstreits in Obereidorf winkt ihre Pfote. Lodengrün ist ein echter Hasenfuß. Er hat sich auf den ersten Blick in die selbstbewusste Prinzessin verliebt, hat aber Angst, ihr nicht zu gefallen.

Sein Freund Hoppel - eine Art junger Hape Kerkeling - ist das genaue Gegenteil von Lodengrün: optimistisch, lebensfroh, übermütig und zu allen Schandtaten bereit. Er schafft es am Ende, dass sein Freund vor dem König singt, den Wettstreit natürlich gewinnt und mit der Prinzessin davonzieht. Bis es aber so weit ist, müssen die beiden viele Hürden überwinden. Denn der Minister für Hasengesang und der dicke Direktor Wackelohr haben ein Komplott geschmiedet. Es geht um viel Geld.

Die Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens "Der Sängerstreit der Heidehasen" nach James Krüss wurde gestern von überwiegend sehr jungen Theaterbesuchern gefeiert. Ihnen wurde viel geboten - fürs Auge, fürs Ohr, und zu lachen gab es auch reichlich. Wenn beispielsweise der Herold ein ums andere Mal über seine eigenen Füße stolpert, wenn er seine riesigen Hosentaschen entleert und allerlei Kurioses daraus hervorzaubert. Wenn Hoppel auf der Suche nach seinem Freund Lodengrün wie ein Wirbelwind über die Bühne saust und sich mehrfach überschlägt - das sind Klassiker. Und wenn sie gut gebracht werden, ist das Kinderlachen garantiert.

Und auch sonst geschieht auf der großen Bühne des Theaters ziemlich viel. Sobald der purpurrote Vorhang die Bühne freigibt, kommen die Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Windmühle vor einer weiten Landschaft ist da zu sehen, eine Sonnenuhr, die im Stück eine wichtige Rolle spielen wird, und das "Dampfklavier", das Julia Klomfaß als Meisterin der sphärischen Zwischentöne bedient. Dann hebt sich auch schon mal der Bühnenboden, es erscheinen die Hasenbauten, in denen Lodengrün und Hoppel zu Hause sind. Ein Heißluftballon schwebt ganz tief in der Landschaft, bevor er mit König und Prinzessin auf der Bühne landet. Die Kostüme der Heidehasen sind mit viel Liebe zum Detail angefertigt worden, die Schauspieler scheinen sich sauwohl zu fühlen unter ihren riesigen Hasenohren.

Bruno Winzen hat das turbulente, witzige Märchen inszeniert, für die Dramaturgie ist Maren Gambusch verantwortlich. Die fantastische Bühne stammt von Harald Stieger, die Kostüme von Petra Wilke, die Choreographie von Alla Bondarevskaya. Sie haben ihre Sache gut gemacht. Die jungen (und älteren) Zuschauer dankten es allen Beteiligten. Sie sparten nicht mit Zwischenapplaus, und am Ende wollte sie die Hasen-Bande gar nicht gehen lassen. Immer und immer wieder mussten Lodengrün, Hoppel, die Prinzessin, der König, der Minister für Hasengesang, der dickliche Direktor Wackelohr und all die anderen auf die Bühne. Bravo!

Quelle: RP
 
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