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Mönchengladbach
Gardeur blickt optimistisch auf die nächsten Monate

Mönchengladbach. Die wichtigste Nachricht vorweg: Der Geschäftsbetrieb bei Gardeur an der Alsstraße geht uneingeschränkt weiter. Voraussetzung dafür, dass das auch so bleibt, ist ein Massekredit in Form eines "signifikanten Millionenbetrags", wie der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr sagt. Dieser soll jedoch in Kürze bereitgestellt werden. Wie berichtet, hofft der Hosenhersteller, damit das operative Geschäft bis Juni 2018 durchfinanzieren zu können. Andernfalls, heißt es vonseiten Gardeur, müsste der Geschäftsbetrieb in den nächsten Tagen eingestellt werden. Von Jan Schnettler

Das zeigt, wie dramatisch die letzten Wochen bei dem Traditionsunternehmen gewesen sein müssen. CEO und Mehrheitsgesellschafter Gerhard Kränzle berichtet davon, wie ein potenzieller Investor nur eine Woche vor der Insolvenzeinreichung noch ganz kurzfristig wieder abgesprungen war. Der RP gegenüber erläuterte er auch, wie das Unternehmen nach und nach in Schieflage geraten war. Unter anderem hatten Absatzprobleme auf dem wichtigen russischen Markt dazu geführt, ebenso die Tatsache, dass man trotz eines rechtsgültigen Vertrags die Kreditsumme für eine Zwischenfinanzierung der Rohware in Tunesien nicht erhalten habe. Dort produziert Gardeur. Bereits im Frühjahr hatte es diesbezüglich immer wieder Runden mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft gegeben.

Auch weil man September-Gehälter noch nicht hatte zahlen können, wurde am 5. Oktober nun schließlich die vorläufige Reißleine gezogen - mit der Insolvenzbeantragung. Nun gilt es, einerseits das Vertrauen von Kunden und Lieferanten wiederzugewinnen beziehungsweise zu erhalten - und andererseits, zügig einen Investor zu finden. Ob dieser aus dem In- oder Ausland kommt und ob es sich um einen Finanzinvestor oder ein Unternehmen aus der Branche handelt, sei nicht vorrangig, sagt Gerhard Kränzle. Viel wichtiger sei, dass er "die Produkt- und Mitarbeiterkultur des Unternehmens" erhalte. Der vorläufige Insolvenzverwalter Biner Bähr ist optimistisch, bis Ende November einen Investor gefunden zu haben.

Quelle: RP
 
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