| 15.11 Uhr

Mönchengladbach
Gasentladung schlägt Kicker

Gladbachs Jugend forscht
Gladbachs Jugend forscht FOTO: Stefan Kaufmann
Mönchengladbach. Wie in der Bundesliga ist auch bei "Jugend forscht" der elektronische Beweis, ob ein Ball im Tor ist, nicht gefragt. Das erlebten drei Marienschüler in Leverkusen. Am Ende gab es aber Trost: Mitschüler Eric Siemes gewann den Preis der Jugendjury mit Gasentladungen in einer Plasmakugel. Von Ludmilla Hauser

Sie waren's einfach Leid: Jedes Mal endete die witzige Kickerrunde im Streit darüber, ob der Ball, der schon im Tor war, aber wieder raussprang, nun als Tor zählt oder nicht. "Da haben wir uns was überlegt", sagt Jorgos Megalos (15), und seine Freunde Leo Mundt und Daniel Flachsenberg (beide 15) nicken.

Die Schüler der Bischöflichen Marienschule entwickelten den "elektronischen Schiedsrichter". Trifft der Ball ins Tor, prallt er auf die Konstruktion aus Kupferdrähten und -platte, der Impuls wird weitergeleitet an Klingel. "Unsere Teilnahme ist aus einer Facharbeit für den Bio-Chemie-Differenzierungskurs entstanden", berichtet Leo, während die drei noch ein wenig an ihrer Erfindung schrauben.

Nötig war das gestern Vormittag nicht mehr. Am Tag zuvor mussten sie ihre Arbeit der Jury vom "Jugend forscht"-Landeswettbewerb vorstellen. Gestern war Preisverleihung. Doch der Kicker der drei Mönchengladbacher ging leer aus. Die Konkurrenz, der sich die drei in Leverkusen stellen mussten, war schlicht zu groß.

Insgesamt vergab die Jury, die für jede der sechs Kategorien aus Expertenteams besteht, gestern neun erste Plätze. "Üblich sind sieben, aber da NRW ein großes Bundesland ist, durften wird bis zu neun vergeben", sagte Landeswettbewerbsleiter Dieter Römer. "Und wenn wir gedurft hätten, hätten wir auch zehn vergeben, so gut waren die Beiträge." 83 Jugendliche – darunter 16 Mädchen – hatten sich für den 45. Wettbewerb auf Landesebene beworben.

 "Als Erfinderunternehmen fördern wir sehr gerne Wissensdurst und Talent junger Menschen", betonte Patenbeauftragte Monika Schütze von Bayer. "Anders als bei Deutschland sucht den Superstar, wo die Teilnehmer kurzfristig Effekte erzielen, haben unsere Teilnehmer mindestens ein Jahr intensiver Forschung hinter sich. Sie müssen am Thema dran bleiben. Und einige ehemalige Teilnehmen haben tolle Karrieren in der Wissenschaft gemacht."

Die könnte auch Eric Siemes, dem zweiten Teilnehmer der Bischöflichen Marienschule, bevorstehen. Denn der 19-Jährige, der "eigentlich gerade im Abi-Stress ist", hat bereits einen Nebenjob bei WDR-Wissenschaftsberater Theo Schmitz ergattert, führt an Schulen Experimente-Shows vor. Beim Wettbewerb in Leverkusen präsentierte er das Projekt "Gasentladungen in einer Plasmakugel unter Berücksichtigung des Einflusses geringer Mengen von Fremdstoffen".

Der 19-Jährige erläutert: "Plasma-Kugeln, in denen farbige Lichtblitze zucken, stehen bei Esoteriksendungen im Fernsehen als Deko rum, sind irgendwie zum Kitschprodukt geworden. Deswegen weiß kaum jemand, was dahinter steckt." Weil ihm die immer selben "Kugel-Blitze" langweilig wurden, hat Eric in seinem Projekt die Erscheinungsart der Blitze durch Beigabe von Edelgasen verändert.

Mit seiner Methode, sagt er, könne auch in der Lampen- und Lasertechnologie einiges Neues möglich werden. Siemes Blitzidee gefiel. Er sahnte gestern den Preis der Jugendjury ab. Dass ein Schüler der Bischöflichen Marienschule einen Preis bekam, dürfte das Kicker-Trio versöhnlich gestimmt haben.

Quelle: RP
 
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