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Mönchengladbach
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Mönchengladbach. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Als das Mönchengladbacher Bündnis "Aufstehen!" am Mittwoch zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in die Citykirche bat, war der Blick nicht nur auf die Vergangenheit gerichtet. Ebenso wurde Verantwortung angemahnt für die Menschen, die heute in Bedrängnis sind. Klarinettist Jürgen Löscher stellte mit jüdischen Liedern und Improvisationen über Elemente jüdischer Musik den Bezug zum Holocaust her. Sein Spiel berührte und gab Zeit, Worte wirken zu lassen. Dirk Hespers junior und dessen Vater ließen den Abend zum Lied der Moorsoldaten - geschrieben von KZ-Häftlingen und politischen Gegnern des Nazi-Regimes - ausklingen. Von Angela Wilms-Adrians

Ein erster Schritt sei das Gedenken, ein zweiter das Erinnern umzusetzen und "hinaus zu gehen, um die Welt besser zu machen", forderte Uwe Reindorf von der Citykirche. Ferdinand Hoeren von der Theo-Hespers-Stiftung zeigte sich erschüttert, dass in der Gegenwart die Not fliehender Menschen von rechten Gruppen instrumentalisiert werde, um Verunsicherung zu säen. Das häufig zu hörende Wort "Lügenpresse" sei ein Kampfruf der Nazis gewesen und müsse aufhorchen lassen. Hoeren mahnte: "Wir müssen dem Geist des Grundgesetztes treu bleiben und danach handeln. Genau das sind wir den Opfern des Nationalsozialismus schuldig." Alex Mischa vom Arbeitskreis Asyl bescheinigte Europa ein "beschämendes Bild" im Umgang mit der Flüchtlingsfrage.

Dr. Jürgen Wintgens vom Flüchtlingsrat sprach von Erfolgen, etwa dem Einsatz vieler Helfer, wie auch von Sorgen. Dringend notwendig sei eine Koordinierungsstelle für die ehrenamtlich geleistete Arbeit, betonte Wintgens mit Blick auf Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Der nickte bestätigend.

Rolf Hock von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit warnte: "Faschismus verrät durch die Radikalität die Werte, für die er vorgibt einzutreten." Zugleich dürften rechtsfreie Räume für Subkulturen nicht möglich sein: "Achten wir darauf, uns im öffentlichen Einsatz vor Krawallen auf der Straße zu hüten. Die ziehen nur die Falschen an."

Quelle: RP
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