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Mönchengladbach
Gedenkstätte Brauchtum in St. Kamillus

Mönchengladbach: Gedenkstätte Brauchtum in St. Kamillus
Das Kolumbarium in der ehemaligen Kamillus-Klosterkirche: In der aufwendig umgebauten und durch Katja Mehring umgestalteten Kirche gibt es Platz für 3000 Urnen. Eine Stele ist speziell für Karnevalisten und Schützen gedacht. FOTO: Jörg Hempel
Mönchengladbach. Im neuen Kolumbarium bekommen Karnevalisten und Schützen eine Stele, einen Hain und ein Trauerbuch. Morgen wird es eröffnet. Von Ralf Jüngermann

Die Grabeskirche in der früheren Rheydter Juppekerk, deren Nordkappelle in den Borussia-Farben gehalten ist, hat es gezeigt. Das Gefühl, zu einer Gruppe zu gehören, ist für manche stärker als der Tod. Nun spricht auch das Kolumbarium in der ehemaligen Kamillus-Klosterkirche eine Gruppe gezielt an: Karnevalisten und Schützen sollen ab kommendem Jahr unter ihresgleichen ihre letzte Ruhe finden - mit dem Symbol ihrer Bruderschaft oder Karnevalsgesellschaft, wenn sie es denn wünschen. Ein Bereich der aufwendig umgebauten Kirche wird zum Brauchtumshain. Dort sind die Urnen der gestorbenen Karnevalisten und Schützen in Stelen zusammengefasst. Karnevals-Boss Bernd Gothe und Schützen-Chef Horst Thoren haben die Idee der Betreiber des Kolumbariums mit entwickelt.

"Brauchtum ist ein Band, das die Menschen verbindet - wenn sie es so wünschen auch über den Tod hinaus", erklärt Jochen Bücker, Geschäftsführer von Jessen und Ex-Karnevalsprinz. Auf einer Stele, die einen prominenten Platz in der Kirche finden soll, ist jedes Jahr aufs Neue Platz für 150 Namen und ihre Funktionen bei Karnevalisten oder Schützen. Die Gedenkplatte mit den Namen wird nach Ablauf eines Jahres dauerhaft in der Stele aufbewahrt. Auf der Skulptur aus brüniertem Messing stehen die Begriffe "Heimat - Tradition - Gemeinsacht" und "Karneval - Schützen - Brauchtum". "Mir gefällt an der Idee, dass das Verbindende von Brauchtum in den Vordergrund gerückt wird", sagt Bezirksbundesmeister Horst Thoren. Jedes Jahr wird es eine Gedenkfeier für die gestorbenen Brauchtumsfreunde mit Verantwortlichen des Brauchtums und den Angehörigen geben. Die erste wird am Samstag, 5. März, sein.

FOTO: digital

Ein Archiv, in dem man nicht nur Namen, Funktion und Lebenslauf nachlesen kann, sondern auch Bild- und Tondokumente sehen und hören kann, sowie ein Trauerbuch sollen die Erinnerung an die Toten wach halten. Bernd Gothe, der Vorsitzende des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes, sagt: "Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist für uns etwas ganz Bedeutendes. Darum gefällt mir die Idee der Gedenkstätte Brauchtum."

Am morgigen Sonntag wird die Kirche mit einer großen Eröffnungsfeier offiziell ihrer neuen Bestimmung übergeben. Knapp 3000 Urnen haben in der früheren Klosterkirche Platz. Die hatte der große Kirchenbaumeister Dominikus Böhm errichtet. Katja Mehring hat die Kirche behutsam und mit Gefühl für Raum und Licht umgestaltet. So konnte eine der besonders spannenden Mönchengladbacher Kirchen zwar nicht in ihrer Bestimmung, aber doch als Gebäude erhalten werden.

Am Sonntag gibt es im Kolumbarium an der Kamillianerstraße ab 11.30 Uhr eine Diskussionsrunde mit Pater Ferdinand Pützhoven, Architektin Katja Mehring, dem Leiter der Unteren Denkmalbehörde, Dr. Karl-Heinz Schumacher, Kunsthistorikerin Elke Backes und Eigentümer Ulrich Bücker. Ein Vortrag zur Begräbniskultur im Wandel der Zeit, ein Konzert für Orgel und Oboe mit Udo Witt und Petra Straelen und ein Auftritt des Groove-Chors von Monika Hintsches runden die Eröffnungsfeier ab.

Quelle: RP
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