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Mönchengladbach
Gegen Schubladendenken und Vorurteile

Mönchengladbach. Das Katholische Forum reagiert im neuen Jahresprogramm verstärkt auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Von Angela Rietdorf

"Wir reagieren mit diesem Programm auf die zunehmend unklare Situation", sagt Franz-Josef Unland, Leiter des Katholischen Forums. Und dann zählt er auf, was für gesellschaftlichen und politischen Druck sorgt: "Wir haben aktuell keine Regierung, die EU wird in Frage gestellt, Konzerne gewinnen an Macht, das Zusammenleben der Generationen, Religionen und Kulturen sorgt für Reibungspunkte, Familien verlieren an Bindungskraft." Auf diese Liste von Herausforderungen reagiert das Katholische Forum mit einem Jahresprogramm, das einen besonderen Schwerpunkt auf das Zusammenleben von Religionen, Kulturnen und Generationen, aber auch von Familien und in Partnerschaften legt.

Das Forum sieht sich als Impulsgeber und bietet neue Reihen zu aktuellen Themen an. So geht es beim "Blick über den Kirchturm" zum Beispiel um die Frage der Sicherheitsethik aus christlicher Perspektive oder um Musik und Kunst als Brücke zwischen den Kulturen, aber auch als Instrument in der Traumabewältigung. Auch neue Ideen für die Einwanderungsgesellschaft sollen diskutiert werden. "Wir wollen Menschen dafür gewinnen, sich auszutauschen und dadurch auch die eigenen Position zu finden", erklärt Helmut Keymer vom Forum. "Bei komplexen Fragen gibt es nicht die eine Lösung, es gilt, Vielfalt auszuhalten."

Eine interaktive Kunstausstellung im September in der Citykirche, das Projekt "schubladen.online" der Fotokünstlerin Meike Hahnraths, dreht sich um Schubladendenken und Vorurteile. Es wird von einem spannenden Rahmenprogramm begleitet: mit Kabarett, Vorträgen und Filmabend. Unter anderem referiert Sozialpsychologe Jens Förster von der Uni Bochum über Nutzen und Nachteil des Vorurteils und Sozialpsychologin Beater Küpper von der Hochschule Niederrhein über die "Verteidigung des christlichen Abendlandes".

Der Bereich Religion und Spiritualität lockt im März mit einem kulinarischen Streifzug durch die Welt der Religionen oder im August mit meditativen Bogenschießen.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit bietet das Forum eine Veranstaltung zu den Auswirkungen der Digitalisierung für Frauen in der Arbeitswelt an. Am anderen Ende des Themenspektrums für Frauen steht ein ganz besonderes Angebot zum Muttertag. "Wir möchten den Menschen helfen, ihren inneren Kompass zu finden", erklärt Franz-Josef Unland. Das Programm für 2018 umfasst 1200 Veranstaltungen, aber es wird im Laufe des Jahres stets weiterentwickelt. "Am Jahresende stehen wir meist bei 1800 Veranstaltungen, mit denen wir etwa 24.000 Menschen erreichen", sagt Unland. Eine Anpassung des Programms an aktuelle Entwicklungen ist also eingeplant.

Das Programm des Forums ist online unter "http://www.forum-mg-hs.de" abzurufen. Es liegt selbstverständlich auch in gedruckter Form vor und kann per E-Mail unter forum-mg-hs@bistum-aachen.de kostenfrei bestellt werden.

Quelle: RP
 
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