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Mönchengladbach
"Geisterfahrrad" für getöteten Bernd Seiffert

Mönchengladbach: "Geisterfahrrad" für getöteten Bernd Seiffert
Eine Erinnerung und ein Mahnmal zugleich: das Geisterfahrrad an der Gladbacher Straße für Bernd Seiffert, der heute Geburtstag gehabt hätte. FOTO: Robert Seiffert
Mönchengladbach. Heute wäre er 32 Jahre alt geworden. Bernd Seiffert starb am 28. April 2010 auf der Gladbacher Straße, weil ein Autofahrer ihn anfuhr und den Schwerverletzten einfach im Straßengraben liegen ließ. Von Gabi Peters

Bernd Seiffert war ein passionierter Radfahrer. Der junge ausgebildete Software-Entwickler brach oft zu langen Touren auf, fuhr häufig nach der Arbeit mit dem Rad von Aachen nach Köln, im Urlaub umrundete er einmal den kompletten Bodensee. Am 28. April 2010 war er auf der Gladbacher Straße in Richtung Innenstadt unterwegs. Es sollte seine letzte Tour werden. Bernd Seiffert wurde angefahren und getötet. Heute wäre er 32 Jahre alt geworden.

Jetzt steht ein "Geisterrad" an der Unfallstelle. Es ist das erste in Mönchengladbach: ein Mahnmal.

Gegen 0.50 Uhr hatten ein Autofahrer und seine Mitinsassen am 28. April 2010 den schwer verletzten Bernd Seiffert entdeckt. Er lag auf dem Grünstreifen an der Gladbacher Straße, neben ihm sein Fahrrad. Der damals 26-Jährige war noch ansprechbar, aber er hatte schwerste innere Verletzungen. Der Autofahrer und Unfallverursacher, der von einer Party kam und keinen Führerschein besaß, war geflüchtet. Bernd Seiffert starb noch in der Nacht im Krankenhaus.

Die Polizei ermittelte den Unfallfahrer wenige Tage später. Im Dezember 2010 wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt - wegen versuchten Mordes durch Fahrerflucht und fahrlässiger Tötung.

Bernd Seifferts Familie kann den Unfall nicht vergessen. Bruder Robert Seiffert kam auf die Idee mit dem Geisterfahrrad. "Das Rad wurde freundlicherweise von einem ADFC-Mitglied aus Mönchengladbach zur Verfügung gestellt", sagt er. Und: "Ich lebe mittlerweile in Köln, und hier stehen bereits einige Geisterräder, weil es leider einige tödliche Unfälle mit Radfahrern gab. Ich finde, die weiß gestrichenen Räder sind ein Mahnmal, das auffällt und beeindruckt."

Die Idee der Geisterräder oder Ghost Bikes stammt ursprünglich aus den USA, wo die ersten weiß gestrichenen Fahrräder im Jahre 2002 aufgestellt wurden, um der getöteten Radfahrer zu gedenken und die Autofahrer zu ermahnen, auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu achten. Seit ein paar Jahren gibt es auch in einigen Städten Deutschlands Geisterräder.

"Das Aufstellen des Rades an der Gladbacher Straße wurde freundlicherweise vom Ordnungsamt Mönchengladbach erlaubt", sagt Robert Seiffert, "ich finde, das ist eine gute Stelle, weil dort viele Rad- und Autofahrer unterwegs sind."

Quelle: RP
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