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Mönchengladbach
Gemeinsames Frühstück in Gedenken an Edmund Erlemann

Mönchengladbach. Ein Platz voller Menschen, die ihr Essen miteinander teilen und keinen Unterschied machen, ob ihr Gegenüber arm oder reich ist: Über solch ein Szenario hätte sich Edmund Erlemann mit Sicherheit gefreut. Der im Jahre 2015 verstorbene katholische Priester hatte seine Arbeit den Menschen gewidmet, denen es nicht so gut ging. Solidarität und Hilfe für die Armen der Bevölkerung waren ihm sehr wichtig. Um sein Engagement zu würdigen, wurde der Platz vor der Citykirche im vergangenen Jahr nach ihm benannt. Zu diesem Anlass wurde erstmalig ein gemeinsames Frühstück auf dem Edmund-Erlemann-Platz veranstaltet, welches am Sonntagmorgen wiederholt wurde. Von Daniela Gefgen

"Heute Morgen standen zuerst nur zwei Marmeladengläser auf den Tischen, nun haben wir so viel zu essen, dass bestimmt nicht alles aufgegessen werden kann", freut sich Johannes Eschweiler, Vorsitzender der Stiftung Volksverein, an deren Gründung im Jahre 1997 Edmund Erlemann stark beteiligt war.

Zu dem gemeinsamen Frühstück sind alle Bürger eingeladen, gleich aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie kommen, ob alleine oder in der Gruppe, ob sie auf der Straße leben, arbeitslos sind, oder genug Geld haben. Alle steuern etwas zu dem Frühstück bei, sitzen gemeinsam an langen Tischen und teilen ihr Essen miteinander. "So hätte es Edmund Erlemann gefallen", sagt Wilfried Reiners, Geschäftsführer der Stiftung Volksverein. "Er hätte gewollt, dass wir diesen Platz mit Leben füllen."

Und tatsächlich sitzen an der Frühstückstafel Menschen zusammen, die am Samstagmorgen durch ganz unterschiedliche Lebensgeschichten auf den Edmund-Erlemann-Platz geführt worden sind. Gisela Rees engagiert sich bei TAK (Treff am Kapellchen), eine Begegnungsstätte der Stiftung Volksverein an der Rudolfstraße. Als ihr Mann starb, wurde sie von Edmund Erlemann begleitet. Über ihn kam sie zu TAK und arbeitet seitdem ehrenamtlich mit. "Im TAK richten wir jeden Mittwochabend ein gemeinsames Abendessen aus. Als ich das erste Mal dort war, hatte ich Hemmungen, mitzuessen", erinnert sich Gisela Rees. "Ich war ja nicht arm und wollte den Leuten nichts wegessen. Aber sie bestanden darauf, dass ich mitaß, sie wollte mit mir teilen." Maria Knitterscheidt bekam nach längerer Arbeitslosigkeit eine Stelle beim Volksverein vermittelt. Darüber gelang sie zu TAK, wo sie als Köchin die gemeinsamen Essen zubereitet. "Jeder hat sich in eine Rolle hineingefunden, jeder fühlt sich gebraucht", erzählt sie.

"Nach dem zweiten Mal ist es Tradition und diese werden wir beibehalten", sagt Eschweiler über das gemeinsame Frühstück. "Papst Franziskus hat gesagt, dass man in die Städte gehen soll, weil dort Hilfe benötigt wird. Das machen wir auch mit solch einer Veranstaltung."

Quelle: RP
 
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