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Mönchengladbach
Geschenkpapier wurde nach dem Gebrauch gebügelt

Mönchengladbach. Gespart wurde an allen Stellen, sogar am Platz in unseren Schulheften. Die Erinnerung an Kriegs- und Notzeiten sitzen noch immer tief. Und deshalb heißt es heute noch: "Kriegskinder können nichts wegwerfen!" Es ist so, wir haben wirklich "Macken"! Im Alltag hat man mit so vielen Dingen zu tun, die eigentlich zum Wegwerfen viel zu schade sind, die wunderschöne Dose, die Flasche mit der besonderen Form, die niedlichen Parfümflakons. Von Hildegard Huppertz

Da ist ein besonders hübsches Geschenkpapier - man könnte doch - gab es nicht Zeiten, in der man solches Papier glattbügelte und aufbewahrte, das Weihnachtspapier sogar bis zum nächsten Jahr? Soll man nicht das Seidenband fein säuberlich aufrollen und in das dafür vorgesehene Kästchen legen? Es existieren Klamotten, geeignet für Auftritte fernab in dunklen Wäldern, aber sie sind doch noch bestens erhalten. Immer wieder ertappe ich mich noch heute dabei, wie ich den Rest eines abgeschnittenen Fadens auf das Garnröllchen wickele. Man kann ihn doch noch verwenden. Gelernt ist gelernt!

Wollreste, ja die muss man aufbewahren! Waren wir nicht stolz auf bunte Pullover mit vielen kleinen Mustern, aus Garnresten von unseren Müttern im Luftschutzkeller gestrickt? Bücher darf man wirklich nicht entsorgen, es gab einmal keine zu kaufen. Und wer nach dem Krieg in der Schule ein Din-A4-Blatt bekam, es in vier gleiche Felder aufteilen musste, damit es für vier "Tests", würde man heute sagen, reichte, der kann ein leeres Blatt Papier nicht leichtfertig wegwerfen! Das alles lässt sich beliebig weiter ausführen und immer wieder bestätigen. Wir mussten es damals einfach so lernen. Wir wurden nicht gefragt.

Quelle: RP
 
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